Sonntag, 2. Oktober 2016

BYPAD ist im Rat beschlossen

Worauf noch warten?
Critical Mass am Jahnplatz
Vor einem Jahr war die Bewertung der Fahrradfreundlichkeit Bielefelds gestartet worden. Aus diesem "BYPAD"- Audit wurden 5 Leitsätze entwickelt, die der  Stadtrat nun beschlossen hat.
 Darin stehen wichtige Sätze wie:

- es werden Voraussetzungen geschaffen, dass das Radfahren für alle Menschen eine sinnvolle Alternative darstellt
- zentrales Ziel der Radverkehrsförderung in Bielefeld ist es, den Radverkehrsanteil an allen Wegen von 15% (2010) bis 2020 auf 20% und bis 2025 auf 25% zu steigern
- ein Radverkehrskonzept zeigt bis 2018 den Handlungsbedarf auf
- das bestehende Radverkehrsnetz wird geprüft und weiterentwickelt
- Service und Dienstleistungen für den Radverkehr (z.B. Fahrradverleih) werden verbessert
- Personal und Finanzmittel werden bereitgestellt.


Hier ein Zeitungsartikel, ausführlich der Bericht des BYPAD-Audits:
Es kann also losgehen mit der Radverkehrsförderung!

Oder? Die konservativen Fraktionen  (CDU, BfB, FDP) waren bei der Abstimmung im Rat dagegen.  Obwohl sie in der Arbeitsgruppe die Ergebnisse mit erarbeitet und getragen hatten. Sie kritisieren die Radverkehrsförderung als ideologisch (nanu?!).
Aktuell möchten sie lieber nicht Tempo 30 auf der Stapenhorststraße (und werden dabei von der SPD in der Bezirksvertretung Mitte unterstützt). Das Tempo 30 hat die Straßenverkehrsbehörde nach mehreren Radunfällen aus Sicherheitsgründen angeordnet.

Es ist lohnend,  sich jetzt an dem  Aufbruch zu mehr Fahrradfreundlichkeit in Bielefeld zu beteiligen. Sich die spannenden Konzepte anzusehen, eine eigene Ansicht dazu zu entwickeln, die Diskussion zu führen. Auch mal zu telefonieren, z.B. mit Ratsmitgliedern. Interessant könnte auch die nächste Bezirksvertretung Mitte werden, auf der nochmal über die sichere Stapenhorststraße gesprochen wird (Donnerstag, 6.10., ab 17 Uhr im Alten Rathaus, Tagesordnung).

Kommentare:

  1. Wirklich spannend können auch Bürgereingaben werden. Die sind recht einfach per Mail an die bezirksbürgermeister oder den Ausschuss für Beschwerde und Anregungen zu stellen.

    Man fordert oder beschwert sich über etwas, begründet das und weist darauf hin, dass dies eine abürgereingabe nach Paragraph 24 der Gemeinde Ordnung NRW ist.
    Dann muss das in den zuständigen Gremien bearbeitet werden...

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Zufall?
    Exakt einen Monat vor den geplanten Diskussionen im Rat der Stadt am 6.10., nämlich am 5.09. wurde ich um ein Haar von einem Postbus umgesäbelt.
    Der Fahrer des Busses weiß das.
    In der Diskussion geht es nicht nur um Fraktionslinien, weil ich weiß, dass Haltungen und Einstellungen quer durch die Fraktionen laufen.
    Es geht auch um Glaubwürdigkeit.
    Wer an der Stapenhorststraße Tempo 50 befürwortet, sollte nicht wagen, dies zu fordern, ohne sich einem Selbstversuch auszusetzen:
    Auf Höhe des Schwungs der Ellerstraße sich als Radler auf dem Schutzstreifen von einem großen Fahrzeug mit langem Radstand überholen zu lassen.
    Dies einmal bei Tempo 30, einmal bei Tempo 50 - und dann seinen persönlichen Eindruck schildern.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".