Mittwoch, 5. Oktober 2016

Heckengänge - die kleinen grünen Verbindungen in unserer Umgebung

Heckengänge, Schnat- & Graswege, kleine Abkürzungen, Hofwege . . .
Was ist uns der Erhalt dieser alten Wege wert?
Möchten wir sie erhalten?
Oder kann das weg?
Wie erkenne ich eine Fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt?
Darüber hatten wir uns vor zwei Jahren intensiv Gedanken gemacht:
Also Augen auf:
Mein Radweg stadteinwärts: Vorbei am Mülleimer - Radstellplatz . . .
. . . neben den seit Monaten geschützten Abstellplätzen hinterm Bauzaun . . .
. . . zur gut einsehbaren Raucherwerbung für Schulkinder
& Jugendliche an den städtischen Werbeflächen . . .
. . . mit einer pfiffigen Choreographie zügig wechselnder Motive:
Stadtauswärts endet der Weg nach 770 Metern leider stumpf in einer Sackgasse . . .
. . . und der uralte Wanderweg in der Nähe führt neuerdings 240 Meter . . .
. . . weiträumig um ein Grundstück herum:
Die Ausfallstraße nebenan südwestlich endet nun jüngst an einer anderen Sperre
Die Besitzung kann aber auf einem 230 Metern langen abschüssigen Lehmpfad umlaufen werden
Dann öffnet sich der Blick noch vor dem neuen Böckstiegel-Museumsbau . . .
. . . auf ein Landschaftsmotiv des Malers . . .
. . . mit dem uraltem Wiesenweg dort oben
 Ähem - bis vor kurzem. Denn dieser Weg . . .
. . . muss nunmehr auf 365 Metern Straße umlaufen werden, . . .
. . . weil sein Ende zugewachsen ist:
Kann man so was messen?
Ja. Der uralte Rundweg um Bielefeld, Schnatgang oder . . .
. . . endet von einem Jahr zum anderen plötzlich im Maisfeld . . .
. . . und wächst und wächst, weil alte Wege verschwinden:
Von vormals 78 km . . .
. . . bereits 2007 auf über 90 km
Was sind uns die alten Wege wert
?



Sonntag, 2. Oktober 2016

BYPAD ist im Rat beschlossen

Worauf noch warten?
Critical Mass am Jahnplatz
Vor einem Jahr war die Bewertung der Fahrradfreundlichkeit Bielefelds gestartet worden. Aus diesem "BYPAD"- Audit wurden 5 Leitsätze entwickelt, die der  Stadtrat nun beschlossen hat.
 Darin stehen wichtige Sätze wie:

- es werden Voraussetzungen geschaffen, dass das Radfahren für alle Menschen eine sinnvolle Alternative darstellt
- zentrales Ziel der Radverkehrsförderung in Bielefeld ist es, den Radverkehrsanteil an allen Wegen von 15% (2010) bis 2020 auf 20% und bis 2025 auf 25% zu steigern
- ein Radverkehrskonzept zeigt bis 2018 den Handlungsbedarf auf
- das bestehende Radverkehrsnetz wird geprüft und weiterentwickelt
- Service und Dienstleistungen für den Radverkehr (z.B. Fahrradverleih) werden verbessert
- Personal und Finanzmittel werden bereitgestellt.


Hier ein Zeitungsartikel, ausführlich der Bericht des BYPAD-Audits:
Es kann also losgehen mit der Radverkehrsförderung!

Oder? Die konservativen Fraktionen  (CDU, BfB, FDP) waren bei der Abstimmung im Rat dagegen.  Obwohl sie in der Arbeitsgruppe die Ergebnisse mit erarbeitet und getragen hatten. Sie kritisieren die Radverkehrsförderung als ideologisch (nanu?!).
Aktuell möchten sie lieber nicht Tempo 30 auf der Stapenhorststraße (und werden dabei von der SPD in der Bezirksvertretung Mitte unterstützt). Das Tempo 30 hat die Straßenverkehrsbehörde nach mehreren Radunfällen aus Sicherheitsgründen angeordnet.

Es ist lohnend,  sich jetzt an dem  Aufbruch zu mehr Fahrradfreundlichkeit in Bielefeld zu beteiligen. Sich die spannenden Konzepte anzusehen, eine eigene Ansicht dazu zu entwickeln, die Diskussion zu führen. Auch mal zu telefonieren, z.B. mit Ratsmitgliedern. Interessant könnte auch die nächste Bezirksvertretung Mitte werden, auf der nochmal über die sichere Stapenhorststraße gesprochen wird (Donnerstag, 6.10., ab 17 Uhr im Alten Rathaus, Tagesordnung).