Sonntag, 17. April 2016

Gesundheit & Kinder. Vom Risiko, in Bielefeld aufzuwachsen

Noch einmal ein Blick auf ein paar Folgen lobbyistischer Strukturen und die Folgen resonanzarmen und unvernetzen Handelns:

Subtile Raucherwerbung für Jugendliche an vielen Bielefelder 
Bushaltestellen und von der Stadt vermieteten Werbeflächen:
Kinder und Jugendliche sind von Zigarettenwerbung förmlich umstellt


´You decide´? Was für eine perfide Lüge, denn ausgerechnet in der
Nikotinsucht liegt ein fataler Verlust an Wahlfreiheit

Ein anderes Beispiel aus Münster: Hier präsentiert sich eines der schädlichsten und gewalttätigsten Muster kranker Kommunikation: ´Doublebind´ beschreibt eine schädliche Verknüpfung von Botschaften, die inhaltlich nichts verbindet


Siebzehn (!) wissenschaftliche Fachgesellschaften laufen dagegen Sturm. Dr. Dietrich Garlichs (mit freundlicher Genehmigung), Geschäftsführer der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft & des Präventionsnetzes ´DANK´ im ´Forum Offene Wissenschaft´ der Uni Bielefeld: 


Wie soll man Kindern erklären, dass ein Teil der Gewinne aus der Vermietung von Werbeflächen subtiler Raucherwerbung für Gesundheitserziehungs-Schulprogrammen investiert werden, die nach Untersuchungen der Deutschen Krebsgesellschaft zudem einen nachweislich geringe Nutzen haben? 


Hier wie dort hat das mit Prävention soviel zu tun wie die Milchstraße mit einem Molkereiprodukt:


Nach Untersuchung von ´Foodwatch´ fließen 90% der Werbegelder der Lebensmittelindustrie in die Zucker- & Fettmast von Kindern, in der beweglichen Phase ihrer Persönlichkeitsentwicklung


Mit welcher Wirkung? 


Dr. Garlichs präsentiert Daten zur Häufigkeit von Übergewichtig & Fettleibigkeit 
von Kindern in Kassel in massiver Abhängigkeit von ihrem Wohnort zum Zeitpunkt ihrer Einschulung

Während die Lebensmittelindustrie Milliarden-Budgets bewegt (und die BZgA mit 1% dagegenhält), . . . 


. . . , schlafen in Bielefeld preisgekrönte Mobilitäts-Projekte der Europäischen Union
an 32 Schulen nach Auslauf der Förderung kaum bemerkt wieder ein!


Mit Auswirkungen auf wachsende soziale Ausgrenzung in Deutschland, die aus ärztlich-wissenschaftlicher Sicht erstaunen lassen, dass sie in dieser Form hingenommen werden:


Haben diese Kinder denn später als Erwachsene wenigstens Anspruch auf eine optimale Behandlung ihres antrainierten Typ-2-Diabetes?

Auszug aus den Prüfvereinbarungen für Arztpraxen

Wieder nein: Ärzten ist in ihrem Handeln vorgegeben. Die Behandlung in den gesetzlichen Krankenkassen muss ´ausreichend, zweckmäßig & wirtschaftlich´ sein

Auszug aus den Prüfvereinbarungen für Arztpraxen
Scharf bewacht sollen Ärz/tinnen vorrangig solche Diabetes-Medikamente einsetzen, die nach internationalen Standards vielfach als veraltet gelten. Behandlungsziele werden dann unter Umständen nicht erreicht. Bei zügig steigenden Behandlungskosten


Können wir in Bielefeld irgendwas Sinnvolles tun?

Punkt 1: Schädlicher Lobbyismus trifft zunehmend auf eine starken wissenschaftliche und gesellschaftliche Lobby für nachhaltige Gesundheitsziele


Punkt 2: Gier ist riskant und wirtschaftsschädigend, das lehrt der VW-Skandal. 
Der Druck auf Unternehmen wird steigen. Das Präventionsgesetz versagt nach Einschätzung von Wissenschaftlern. So werden die Krankheitskosten und damit die Lohnnebenkosten zügig weiter steigen


Punkt 3:  Ein heilsamer Blick auf die ´Transaktionsanalyse´ und das ´Täter-Opfer-Retter-Karussell´ (´Dama-Dreieck´) offenbart:Die öffentliche Diskussion präsentiert sich häufig hoffnungslos durchtränkt von depressiven Beziehungsmustern und ohne erkennbare Ansätze solidarischen intersektoralen lösungsorientierten Handelns


Reife Modelle solidarischen Handeln (z.B. das BYPAD Audit) liegen der Kommunalpolitik in diesen Tagen zur Abstimmung vor. Sie wären sofort einsatzbereit:


Wir zahlen für dieses depressiven perpetuierende Kommunikationsmuster und die Folgen bei Politikversagen einen sehr hohen Preis, wie Stimmung, Wahlen & Umfragen belegen. 
Messbarkeit & intersektorsales Handeln. BYPAD weist einen guten Weg:


Insofern gilt:




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