Donnerstag, 17. Dezember 2015

Unfall auf dem Radstreifen Stapenhorststraße


am 17.12. Eine Radfahrerin weicht einer Autotür aus http://www.nw.de/…/20656490_Lebensgefahr-Radfahrerin-weicht…
Der Radstreifen ist gefährlich. Er klemmt Radfahrer ein zwischen parkenden Fahrzeugen und überholenden KFZ mit zu wenig Seitenabstand. Ein fataler Konstruktionsfehler.
Der Radfahrstreifen hat keinen Sicherheitstrennstreifen zu den parkenden KFZ. Gleichzeitig wurde die Radfahrerin vom Bus vermutlich zu knapp überholt (1,50m Sicherheitsabstand sind Vorschrift).
Den Radfahrstreifen sollte man nicht benutzen. Er müsste eigentlich als Sperrfläche markiert werden. Man kann alternativ auch daran denken, das Parken nicht mehr zuzulassen.
Die Verkehrsverwaltung, die verantwortlich ist, muss sich einige Fragen stellen.

Kommentare:

  1. Wirklich ein übles Konstrukt. Dieser Streifen markiert die Dooring-Zone, nichts weiter. Wie man an dem Unfall sehr gut sehen kann. Hoffentlich hat das Konsequenzen.

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  2. Ich bin tief betroffen und meine Gedanken sind bei der armen Radlerin und ihren Angehörigen.

    Auf der Stapenhorststraße hatte ich als Radler auch schon höchstgefährliche Nahtod-Erlebnisse,
    die mir in Erinnerung bleiben. Einmal überholte mich als Radler ein LKW, wo das nicht möglich war.

    Außerdem eiliger Berufsverkehr, der oft ganz scharf an den ohnehin schmalen Schutzstreifen heranfährt.

    Ich denke, es ist klar, dass es SOFORT einen Aufschrei gäbe, wenn man dem motorisierten eine solche Verkehrsfläche anbieten würde. Wie kann man sich das als Autofahrer vorstellen, in Aufschlagdistanz zu aufschwingenden Autotüren zu radeln? Zumal der schwache ´safety in number´ Efekt dafür sorgt, dass Autofahrer oft mit Radlern nicht rechnen.

    Für Autofahrer als vergleichbare Situation vorstellbar wäre z. B. ein Fahrstreifen, bei dem Anschnallen in den KFZ verboten wäre und im Russisch Roulette Verfahren absenkbare Poller jederzeit plötzlich aus dem Boden schnellen können.

    Diese Art Verkehrsführung erinnert mich an die erste Planung für die Radverkehrsführung am Hochbahnsteig August Bebel Straße.

    Sehe ich richtig, dass diese Russisch Roulett Verkehrsführung immer noch Ausdruck einer akzeptierten Verkehrsplanung in Bielefeld ist? Wer verantwortet diese Planung?

    Wer von der Stapenhorststraße auf die Rolandstraße ausweichen will, begegnet dem gleichen Risiko beidseits aufschwingender Autotüren bei enger Restverkehrsfläche. Auch keine Lösung.

    Diese Überlegungen helfen der armen Radlerin leider nicht.
    Aber vielleicht dem nächsten Opfer, das derzeit noch ahnungslos durch die Gegend radelt.

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  3. Ich hoffe, dass es der Frau bald wieder gut geht ...

    1. Das im eigentlichen Sinn Tragische ist hier, dass der Rückbau der Stapenhorststraße und die Anlage von Radfahrstreifen 1988 eine politische Reaktion auf Unfälle (auch mit Todesfolge) waren.

    2. Insgesamt sind die Unfälle seitdem tatsächlich deutlich zurückgegangen. In erster Linie griffen die Maßnahmen gegen die Unfallursachen „hohe Geschwindigkeit“ und „Kraftverkehr sehr nah am rechten Fahrbahnrand“.

    3. Nach den damaligen Regelwerken war ein Radfahrstreifen von 1,25 m Breite noch zulässig und wurde offenbar von allen begrüßt, die sich damals für mehr Verkehrssicherheit engagierten.

    3. Die 1988er Maßnahmen helfen nicht gegen die von außerhalb auf den Fahrbahnbereich einwirkende Gefahr der sich öffnenden Autotüren. Möglicherweise wurde diese Gefahr damals nicht gesehen oder es gab einfach keine Parkstreifen(?).

    4. Die StVO verlangt von niemandem, ein Gebot (hier: Benutzungspflicht) auch dann zu befolgen, wenn man dadurch sich selbst oder andere gefährden würde („rechtfertigender Notstand“). Also dürfte man neben parkenden Autos auch links neben dem schmalen Radfahrstreifen fahren. Leider weiß das fast niemand, und es würde einige Konflikte zwischen Rad- und Kraftfahrern geben. So dass erstere aus Angst doch in der Türen-Zone fahren.

    5. Benutzungspflichtige Sonderwege wie Radfahrstreifen beziehen ihre Legitimation grundsätzlich daraus, dass sie der Gefahrenabwehr dienen. Können sie diesem Zweck nicht dienen, weil lediglich eine Gefahr gegen eine andere Gefahr ausgetauscht wird, sind sie in dieser Form nicht zulässig. Die eine oder die andere Gefahr muss beseitigt werden, damit entweder der Sonderweg überflüssig wird oder aber der Sonderweg tatsächlich der Gefahrenabwehr dient.

    6. Das heißt für die Stapenhorststraße in unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten: Kfz-Tempo faktisch (nicht nur theoretisch!) reduzieren, Ausweitung der Radfahrfläche, kein Halten und Parken nahe des Radverkehrs.

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  4. Fortsetzung:

    7. Und bei diesen Maßnahmen nicht nur auf die vermutete objektive Sicherheit achten, sondern genauso auf die subjektive.

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  5. Die Gestaltung der Stapenhorststrasse zwischen Klösterchen und Melanchtonstrasse ist doch schon immer ein schlechter Kompromiss. Man braucht sich bloss die weissen Markierungen des Radstreifens anzusehen und weiss, wie oft Autos und Busse dadrüber fahren.
    Insbesondere in den Bereichen der als "pinch points" eingebauten Mittelinseln. Fahrradfahrer und Linienbusse sind eine lebensgefährliche Kombination. Auch wenn - wie ja von vielen gewünscht - die Fahrradfahrer quasi auf der Straße fahren. Leider interessieren die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände Auto- und Busfahrer offensichtlich gar nicht. Als Bonus gibt es dann noch solche Einmündungen wie an der Bismarkstrasse, wo Autofahrer gern mal bis auf den Radstreifen rausfahren, um den von links kommenden Verkehr einsehen zu können (und damit Fahrradfahrer in den Weg ebendieses Verkehrs drängen).
    Ich kann immer nur an die Stresemannstraße in HH erinnern - das ist die B4 (vierspurig) - dort ist nach schweren Unfällen Tempo 30 vorgeschrieben und wird durch mehrere Blitzer durchgesetzt. Geht also, wenn man denn will ...

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  6. Der Unfall ist tragisch aber leider nicht überraschend. Wer täglich in Bielefeld mit dem Rad unterwegs ist, hat diese Situation selbst sehr oft erlebt, hatte aber bisher mehr Glück.

    Wie lange noch werden RadfahrerInnen solchen Situationen ausgesetzt? Ausgerechnet diese Strecke wird von vielen SchülerInnen benutzt (MPG, Waldhof und Rats, Bosse, G-Bäumler und die Stapenhorst-Grundschule).
    Entweder muss an dieser Strecke das Parken oder Überholen von Radfahrern verboten werden.
    Oder wir nehmen weitere Unfälle einfach so hin, weil das Autofahren so bequem ist?

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  7. Schuld hat nur jemand, wenn er bewusst und gezielt gegen besseres Wissen handelt. Hier gibt es nur Unfallbeteiligte, welche durch ihre Beteiligung an dem Unfall körperlichen und/oder psychischen Schaden erlitten haben.
    Fakt ist, dass uns Radfahrern diese und ähnliche lebensgefährlichen Situationen auf einigen Bielefelder Straßen nur allzu gut bekannt sind. Ein versierter Radfahrer ignoriert an der Stapenhorststraße den benutzungspflichtigen Radweg und fährt mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos auf der Fahrbahn. Meine Erfahrung ist, dass Autofahrer meistens auf mich als „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer genügend Rücksicht nehmen und mich nicht gefährden. Da allerdings nicht alle Radfahrer so selbstsicher sind, begeben sie sich schnell in Lebensgefahr oder fahren erst gar nicht mit dem Rad. Deshalb sind die Straßenverhältnisse so zu ändern, dass alle Verkehrsteilnehmer/innen ausreichend berücksichtig werden. Hier hat die Stadt Bielefeld als Mitglied im Verbund der Fahrradfreundlichen Städte und insbesondere das Amt für Verkehr eine besondere Verantwortung zeitnah zu handeln.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".