Sonntag, 10. Januar 2016

Stapenhorststraße - wie das Radfahren dort sicher wird

Der schwere Unfall auf der Stapenhorststraße  hat deutlich gemacht: Die Verhältnisse auf der Stapenhorststraße müssen sicher gemacht werden! Bericht 
Wie das geschieht, diskutieren wir hier.
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Update 22.1.:

Ein Monat ist seit dem Unfall vergangen. Wir laden ein zur
Straßenaktion und Protestfahrt am 29.1., 18.30 Uhr auf der Stapenhorststraße:
Konsequenzen aus dem Unfall ziehen:
Radwege müssen sicher werden!

Anschließend fahren wir zum Kesselbrink und beteiligen uns an der Critical Mass (Abfahrt 19.15 Uhr)


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Update 15.1.:

Die Bezirksvertretung hat den Antrag angenommen. Die Verwaltung soll jetzt Vorschläge machen.
Während die CDU das allgemeine Verkehrskonzept für den Bielefelder Westen sehen will, möchten die Piraten/Bürgernähe das Verfahren schneller haben (wurde abgelehnt).
Infoblatt aus der Einwohnerfragestunde
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Update 11.1.:


Die Stapenhorststraße ist am Do., 14.1. Thema in der Bezirksvertretung Mitte (17 h, Altes Rathaus, Rochdale-Raum). Es liegt dazu ein Antrag der Grünen vor https://anwendungen.bielefeld.de/bi/vo0050.asp… Und in der Bürgerfragestunde sprechen wir das Thema an.
Um 17.30 h schließt sich passend das Zukunftsforum Mobilität an (Neues Rathaus, Concarneau-Raum) .

Die Breitenmaße zeigen, dass der  Radweg  doppelt so breit sein müsste.
Bei dem vorgeschriebenen Überholabstand von 1,50m dürfen Radfahrer nur mit Spurwechsel überholt werden.


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Update 21.12.:

Beide Tageszeitungen berichten heute ausführlich von der Aktion:
Neue Westfälische
Westfalen-Blatt

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 Update 20.12.:
Die 70 Teilnehmer am Unfallort besahen sich die Verhältnisse am Unfallort. Es wurde mit Kreide markiert, wie viel Platz für ein sicheres Überholen benötigt wird - so wie der Radweg jetzt markiert ist, kann er zu Falle werden.
Die Straßenverkehrsbehörde wurde aufgefordert, für die Sicherheit des Auto- und Radverkehrs die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zu setzen Es soll entweder eine ausreichender Sicherheitsbereich zu den parkenden Autos geschaffen werden oder die Parkplätze am Straßenrand sollen zum Gehweg werden.
Das soll umgehend passieren, es stehen im Haushalt 1,6 Mio€ zur Verbesserung des  Netzes zur Verfügung. Die Bezirksvertretung Mitte soll sich gleich im neuen Jahr damit befassen.
Anschließend  befuhren die Teilnehmer in einer Protestfahrt über die Stapenhorststraße.
Beide Tageszeitungen berichteten über die Aktion; den Polizeibeamtinnen wurde gedankt, dass sie eine Spur vom Verkehr freihielten und die Teilnehmer absicherten.

Kommentare:

  1. Ich habe von dem "Unfall" gelesen.
    Das war eindeutig die Schuld der Radfahrerin selbst, weil sie nicht aufgepasst hat. Sie hätte anhalten und warten müssen, bis die Autotür wieder geschlossen ist - denn den Radfahrstreifen durfte sie gar nicht verlassen.

    Muss auch mal gesagt werden - und sage ich als selbst Radfahrer: sie ist nicht das arme "Opfer", als das sie häufig dargestellt wird, sondern hat einen Unfall verursacht und das muss man auch so sehen.

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    1. "sage ich als selbst Radfahrer". Sich als Radfahrer auszugeben ist unter agressiven uneinsichtigen PKW Fahrern nicht unüblich. Mit all Ihren Behauptungen machen Sie sich in Ihrer Anonymität absolut lächerlich.

      Entweder ist dieser Mann geistig eingeschränkt, oder mit der/m eigentlichen Unfallverursacher verwandt. Andere Alternativen gibt es nicht.

      Mein tiefstes Mitgefühl gilt dem Opfer und ihren Freunden und Verwandten. Ich wünsche ihr eine gute Besserung und uns allen eine Welt mit weniger Spinnern.

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    2. Hier eine „Schuldfrage“ klären zu wollen, hilft weder den beiden unfallbeteiligten Frauen, noch hilft es dabei, die infrastrukturellen Mängel der Stapenhorststraße zu beurteilen.

      „Sie hätte anhalten und warten müssen“ ist ein nutzloser „Ratschlag“, wenn vor einem die Tür aufgeht, so dass selbst eine Gewaltbremsung keine Kollision verhindert. Der Anhalteweg eines Fahrrades bei 20 km/h beträgt rund 8 bis 10 Meter.

      Selbstverständlich durfte die Radfahrerin den Radfahrstreifen verlassen, so wie es in allen Fällen ist, in denen eine Benutzungspflicht entweder aus tatsächlichen Gründen gar nicht befolgt werden könnte (Radweg physisch nicht befahrbar, weil z.B. blockiert) oder wenn ein sog. rechtfertigender Notstand eintritt. Letzteres z.B. bei Gefahr für die körperliche Unversehrtheit, etwa bei Glatteis oder tiefen Löchern auf dem Radweg oder auch, wenn der Radweg nur unter Beschädigung des Rades nutzbar wäre, z.B. voller Glasscherben o.ä..

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    3. Schuld hat nur jemand, wenn er bewusst und gezielt gegen besseres Wissen handelt. Hier gibt es nur Unfallbeteiligte, welche durch ihre Beteiligung an dem Unfall körperlichen und/oder psychischen Schaden erlitten haben.
      Fakt ist, dass uns Radfahrern diese und ähnliche lebensgefährlichen Situationen auf einigen Bielefelder Straßen nur allzu gut bekannt sind. Ein versierter Radfahrer ignoriert an der Stapenhorststraße den benutzungspflichtigen Radweg und fährt mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos auf der Fahrbahn. Meine Erfahrung ist, dass Autofahrer meistens auf mich als „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer genügend Rücksicht nehmen und mich nicht gefährden. Da allerdings nicht alle Radfahrer so selbstsicher sind, begeben sie sich schnell in Lebensgefahr oder fahren erst gar nicht mit dem Rad. Deshalb sind die Straßenverhältnisse so zu ändern, dass alle Verkehrsteilnehmer/innen ausreichend berücksichtig werden. Hier hat die Stadt Bielefeld als Mitglied im Verbund der Fahrradfreundlichen Städte und insbesondere das Amt für Verkehr eine besondere Verantwortung zeitnah zu handeln.

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    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    5. Die Radfahrerin ist eine Angehörige meiner Familie. Ihr die Schuld zuzuweisen finde ich absolut unangebracht. Sie hätte nicht mehr rechtzeitig bremsen können und so, eine Kollision verhindern können.

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  2. Hallo Anonym, Sie meinen also es sei „eindeutig die Schuld der Radfahrerin gewesen“???????? Das ist unglaublich! Eindeutig ist doch wohl eindeutig nur, dass Han Solo im neuen Star Wars VII selbst schuld daran ist, dass ihn sein eigener Sohn mit dem Laserschwert tötet. DAS IST EINDEUTIG!

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  3. Können die unsachlichen Kommentare bitte gelöscht werden? Die Schuldfrage hier zu diskutieren, ist ungehörig, sicher nicht hilfreich und geht in der Regel auf Kosten des Opfers, welches sich noch nicht einmal wehren kann. Ich wünsche, der Radfahrerin und Ihren Angehörigen viel Kraft auf dass Sie wieder ganz gesund werde.

    Ich möchte die Straßenaktion in zwei Punkten (die möglicherweise zusammenhängen) kommentieren:
    1) Ich hätte bei einem Aufruf in der Presse und über Facebook dort deutlich mehr Personen erwartet. Ist das wirklich das Maximum, was die Bielefelder Fahrradaktivisten an den Start bekommen? Ich hätte da 100 bis 150 Personen mit Rädern erwartet, sodass auf der Stapenhorststrasse erstmal nix mehr geht.

    2) Das gebetsmühlenartig vorgetragene "Fahr' auf der Straße - Sei selbstbewußt." Vielleicht fällt das einfach bei zu wenigen auf fruchtbaren Boden. Vielleicht würden bei anderen Forderungen auch die angezogen, die bei der Wahl zwischen "selbstbewußt" und Bürgersteig eher letzteres Wählen, weil sie keine Lust haben, mit Omnibussen in Konkurrenz zu treten. Die Anzahl der Radfahrer steigert man damit jedenfalls nicht.

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    1. Frage zu 1): Wie viele Leute waren denn da?

      Meinung zu 2): Das Diktum „Fahr' auf der Straße - Sei selbstbewußt.“ ist völlig kontraproduktiv für die Radverkehrsförderung, weil es ausblendet, dass die meisten (derzeitigen und potenziellen) Radfahrer/innen sich nicht auf diese Weise kraftverkehrskompatibel machen lassen wollen. „Selbstbewusst zu sein“ heißt eben nicht, die Betriebsgefahren von Kfz gedanklich beiseite zu schieben, und mit ungutem Gefühl die vielleicht etwas weniger schlechte Alternative (Mischverkehr) gegenüber der etwas schlechteren Alternative (Radweg, Gehweg) zu wählen. Wenn Radfahren nur mit Angstgefühlen oder „Sich-selbst-gut-zureden“ möglich ist, bleibt es für viele Stadtbereiche ein Privileg hartgesottener Asphalthelden.

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    2. Bei der Aktion waren 70 Leute. Gerechnet war mit 20-50 Teilnehmern.
      Für eine Aktion mit einem halben Tag Vorlauf(Ankündigung war erst Freitag nachmittag) war das mehr als zu erwarten.
      Deinen zweiten Punkt verstehe ich nicht: der Radfahrstreifen ist doch auf der Fahrbahn angelegt. Dann soll er auch sicher gestaltet werden. Du meinst anscheinend, man sollte auf dem Gehweg fahren ??

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    3. Zitat Bernd: "Deinen zweiten Punkt verstehe ich nicht: ... "

      Antwort: Damit beziehe ich mich auf den zweiten Punkt im vorherigen Post (der nicht von mir stammt), in dem d. Autor/in vermutet, dass „Fahr' auf der Straße - Sei selbstbewußt.“, nicht den Bedürfnissen vieler Menschen entspricht, weil diese Parole häufig im Zusammenhang mit Mischverkehr steht und nicht mit Radwegen/-Streifen. Die meisten möchten gute Radwege haben und sich weder nahe an Kfz noch zwischen Fußgängern bewegen.

      Ich meine gar nicht, dass auf Gehwegen Rad gefahren werden sollte, aber es ist eine faktische Konsequenz aus der Forderung nach Mischverkehr (siehe Detmolder Str. usw.).

      In der Stapenhorstraße ist der Radfahrstreifen zu schmal und von den Parkstreifen geht Gefahr aus.

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  4. Lasst uns gemeinsam dafür einsetzen, dass zukünftig alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt, rücksichtsvoll und damit sicher die Bielefelder Straßen nutzen können! Dafür sind aber auch von der Stadt Bielefeld und dem verantwortlichen Amt für Verkehr die Verhältnisse so zu ändern (höchstens Tempo 30, Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht, Radpiktogramme auf der Fahrbahn,…), dass dieses für alle Verkehrsteilnehmer überall und jederzeit offensichtlich ist.

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  5. Zu 1) Wenn es mehr waren als erwartet, ist das natürlich schonmal gut. Ich hatte nur "aus dem Bauch heraus" mit mehr gerechnet. Ich habe allerdings auch keine Erfahrung damit, wieviele Interessierte sich normalerweise so kurzfristig einfinden.

    Zu 2) Auf der Versammlung haben mehrere Leute, die das Mikrofon hatten, sinngemäss gesagt "Um solche Unfälle zu vermeiden: Fahr' auf der Strasse - sei selbstbewusst". Einerseits war der Gedanke ja offenbar schon die Grundlage für den Radstreifen auf der Stapenhorststrasse - auch wenn bei dem verschiedene Pufferzonen fehlen. Trotzdem hat das auf der Straße Fahren den Unfall also nicht vermieden. Und andererseits frage ich mich, wieviele potentielle Fahrradfahrer von diesem Slogan abgeschreckt werden (mindestens die, die auf dem Bürgersteig fahren) und sich damit gar nicht zur "Fahrradcommunity" zugehörig fühlen und damit auch zu solchen Veranstaltungen nicht kommen.

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  6. Die Aktion auf der Stapenhorststraße war sicherlich gut gemeint. Mir fehlt aber jedes Verständnis dafür, dass der VCD-Vertreter (lt. Zitat in beiden Bielefelder Tageszeitungen) öffentlich zum Besten gibt, Autofahrer hätten „1 Meter“ Abstand einzuhalten, wenn sie Radfahrer überholen. Warum bringt er diese Zahl ins Spiel? Hat er nicht mitbekommen, dass Stadt, Polizei und Rad-Initiativen die Kampagne „Gib Radfahrern 1,5 Meter!“ mit Infotafeln, Warnwesten und Pressearbeit durchgeführt haben, um einen Abstand von (mindestens) 1,5 Metern in den Köpfen zu verankern? Vielleicht sollte er öffentliche Äußerungen denjenigen überlassen, die sich besser in der Materie auskennen ...

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    1. Du hast recht. 1,50m Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern sind mindestens einzuhalten. Das hat der VCD-Vertreter auch gesagt. Das steht übrigens auch auf der Tafel, die wir gezeigt haben. Wir haben die 1,50m sogar auf der Straße abgemessen.
      Die Berichterstatter haben das anders aufgeschrieben. Das kommt vor.
      Die ausführliche Info liest du auf http://www.adfc.de/verkehr--recht/sicher-unterwegs/seitenabstaende/seitliche-sicherheitsabstaende

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    2. Ok, dann ist es wohl bei beiden Zeitungen falsch angekommen.

      Es macht aber auch keinen Sinn, an dieser Stelle eine Infotafel mit der Aussage „0,8 m Abstand zum Fahrbahnrand“ zu zeigen, wenn man in der Stapenhorststraße wegen der parkenden Autos zu Recht einen Abstand von 1,5 m zum Fahrbahnrand fordert. So was verwirrt die Pressevertreter nur.

      Außerdem können sie im nachhinein beim Blick auf ihre Fotos auf die Idee kommen, dass 1,5 m Abstand zu parkenden Autos und 0,8 m Abstand zur linken Seite gefordert werden (siehe auch Foto in diesem Beitrag!). Der Infotafel ist ja nicht nicht anzusehen, ob sie den Radfahrer und das Auto von vorn oder von hinten zeigt. Beim nächsten Mal diese Tafel lieber weglassen: Sie ist zu erklärungsbedürftig und passt nicht zu jeder Situation - z.B. nicht zur Stapenhorststraße.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".