Dienstag, 6. Oktober 2015

Ohne Auto(!)mobil

Oh wie schön kann’s sein, wenn Auto und mobil auch mal getrennte Wege gehen!

Für viele schreibt sich „mobil" immer noch selbstverständlich mit A. Vergessen wird, dass Mobilität ohne Auto und Motorisierung auch einen eigenen Wert hat, der nicht allein im Verzichtenmüssen besteht, sondern eine sinnvolle, schöne Alternative oder Ergänzung zu jenem darstellt.

Eine drastische Maßnahme erinnert von Zeit zu Zeit daran: die Vollsperrung der B61 für Autos und alle Kfz.

Am Sonntag dem 27. September war es nach zwei Jahren wieder soweit: die Strecke Bielefeld - Herford auf der B61war von 8 bis 18 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Dazu bestes Spätsommerwetter. Resultat: nach Angaben von Radio Bielefeld nutzten rund 50-TAUSEND Radfahrer, Skater, Roller und Fußgänger die Gelegenheit, um die schöne Strecke in voller Breite und ohne Motoren und Abgase zu genießen, nach dem Motto: „ohne Auto mobil“.



Wie immer waren zahlreiche Gruppen und Organisationen dabei, um auf vielfältige Verkehrsinteressen aufmerksam zu machen. So auch der Kreisverband OWL des VCD (Verkehrsclub Deutschland), der an der Gemeindegrenze die passierenden Radfahrer freundlich aufforderte, laut zu klingeln als Zeichen der Zustimmung für den leider immer noch fehlenden (Plan für den) Radschnellweg Ostwestfalen und als Forderung nach einer komforttablen städteverbindenden Radverkehrsverbindung.

20000-er Radfahrer - für den Bau des Radschnellwegs OWL bei Bielefeld
Foto: GAFF e.V. (Bernd Jürgens-Samm)
Jörg Stranghöner (links) war kurz vor 16 Uhr der 20.000-ste Klingler. Ilse Pottmann, die fleißige Zählerin, und Bernd Küffner (beide vom VCD und dank Sombrero unübersehbar) hatten den Stand mitorganisiert und auf Schildern und Transparenten für den Radschnellweg OWL geworben. (Wir berichten darüber an anderer Stelle noch genauer.)

Als 20.000-ster Unterstützer erhielt Herr Stranghöner von der Bielefelder GAFF (das ist die Gruppe aktiver Fahrradfahrer und Fußgänger) eine gelbe Sichherheitswarnweste mit dem Aufdruck "Gib Radfahrern 1,50 Meter". Im Gespräch offenbarte Herr Stranghöner sich dann nicht nur als begeisterter Radfahrer, sondern zugleich auch als intensiver Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, wie z. B. der Bahn. Also ein Verkehrsteilnehmer, der das Motto "Mobil ohne Auto“ bereits täglich lebt und unterstützt.

Der Tag war bestens geeignet, um bei dem einen oder der anderen auf jeden Fall positive Erinnerungen an eine entspannte Tour zu hinterlassen und so vielleicht auch ein Nachdenken über machbare Alternativen im eigenen Verkehrsalltag in Gang zu setzen.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".