Mittwoch, 6. August 2014

Wieso Faradies Bielefeld? Es gibt doch schon Münster

Sprachlos steh’ ich dann immer da, wenn mir aus dem Munde der Eingeborenen von Bielefeld diese oder eine ähnliche Formulierung entgegen schallt. Meistens nachdem ich gerade meine - zugegeben noch utopische - Vision von der „Fahrradstadt Bielefeld“ ins Gespräch gebracht habe.

„Dat muss nich’…"


Die ostwestfälische Bescheidenheit („muss nich'“) in allen Ehren! Aber nur weil ein benachbartes Dorf über Straßenbeleuchtung, Wasserversorgung und Radwege verfügt, bleiben diese Errungenschaften doch nicht dem Erstanwender exklusiv vorbehalten. Genauso das Radfahren, wobei es korrekterweise „Nahmobilität“ heißen müsste, was aber genauso unsexy daherkommt, wie der Begriff „öffentlicher Personen-Nahverkehr“. Da versteh' ich sie dann, die Bielefelder mit ihrem: „muss nich“.

www.bicycle-bielefeld.de 

Denkt euch selber mal 'was aus!


Dabei könnte die Wirklichkeit im Ergebnis viel schöner sein als ihre techno- und bürokratische Ankündigung. Auf der anderen Seite scheinen dieselben Bürger aber größte Skepsis bei allen nicht techno- und bürokratisch abgesegneten Entwicklungen an den Tag zu legen, was es so ziemlich unmöglich macht, einfach mal etwas Neues vorzuschlagen.

Wir waren irritiert...


Etwa wie im Mai dieses Jahres, als auf Flugblättern und auf einer Internetseite behauptet wurde, Bielefeld werde ab dem 1. Juli eine autofreie Innenstadt bekommen. Aufschrei in der Presse „Rätselhaftes Flugblatt irritiert Radfahrer“ (NW), Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und immer wieder die Klarstellung: Das ist eine Falschmeldung. Keinesfalls aber: Das ist eine interessante Idee. (Wir berichteten hier.)

https://www.facebook.com/groups/faradies.bielefeld/ 


Dabei besitzt Bielefeld seit langen Zeiten ein einzigartiges Bürgerengagement, das die Entwicklung der Stadt erheblich mitgeprägt hat. Auch die Verkehrswende zu einem integrierten, ausgewogenen Mix aus motorisiertem Individualverkehr und emissionsarmer (bzw. freier) Nahmobilität hat seit langem ihre Stimme in der Stadt und hat der Stadt - lange ist’s her - bereits den Titel „fahrradfreundliche Stadt“ eingebracht.

Neue Netze für die Stadt - online!


Davon war dann allerdings eines Tages nur noch wenig zu spüren. Es ist nun an der Zeit, die an vielen Stellen verstreuten Engagements zu bündeln, sie kommunikativ nach innen und nach außen zu vernetzen und ihre Aktivitäten zu bündeln und bekannt zu machen. Das will faradies-bielefeld.de mit seiner Webseite, seinen Präsenzen auf verschiedenen sozialen Netzen, wie z. B. facebook, twitter und Google.

neu: RADinfo-Bielefeld

http://www.faradies-bielefeld.de/radinfo-newsletter 


Und nun mit einem neuen Newsletter-Angebot. Wir freuen uns über Reaktionen, sei es von neuen oder alt-eingesessenen Akteuren, die sich mit uns vernetzen und Informationen, Themen und Diskussionen teilen wollen. Nur „online“ sollten sie sein. Denn das Netz aller Netze ist der Ausgangspunkt vieler Aktionen und wartet schon lange auf die Bielefelder.

1 Kommentar:

  1. Wir dürfen uns nicht einreden lassen, Bielefeld sei keine Fahrradstadt: Der Infrastruktur, der Politik und vor allem der Mentalität vieler eingefleischten Autofahrer zum Trotz fahren hier immer Menschen Fahrrad. Wenn sich nur jede(r) zweite Bielefelder Radfahrer(in) bei der Aktion Stadtradeln angemeldet hat, zählten wir fast 400.000 km geradelten kilometer die Woche!!! Und es werden immer mehr Radfahrer, weil die jungen Leute heutzutage bereit sind mehr Verantwortung zu übernehmen.
    Wichtig ist, das alle VerkehrsteilnehmerInnen Einfluss nehmen, da wo es möglich ist und dazu gehört auch rechtzeitig informiert zu werden (in diesem Sinne vielen Dank für den Bericht zu den Planungen bzgl. der August-Bebel-Straße).

    Ich wünsche viel Erfolg mit dem neuen Newsletter und hoffe alle LeserInnen geben dieses Info-Angebot unbedingt weiter, damit es mehr Unterstützung für die Belange der RadfahrerInnen in Bielefeld gibt, damit es auf den Straßen besser, schneller und sicherer wird.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".