Sonntag, 12. April 2015

Reisebericht über eine Ost- West - Querung der Stadt


Radeln in Ostwest - Richtung durch die Stadt: Funktioniert das?
Oder verblasst das Image der Fahrradstadt Bielefeld?


Start / Ziel: 
Uni Bielefeld (Neuer Campus) / Stieghorst (Freizeitzentrum Glazer Straße)
siehe auch unter
Neuer Campus zum Freizeitzentrum Stieghorst auf gpsies.com
Homepage Freizeitzentrum


Vielerorts laufen Vorbereitungen für das Radeln auf Hochtouren: 
Auf der Fahrradmesse (Stadthalle) im Februar . . .



. . . präsentiert sich Herford, frisch gestärkt mit aufgestockten Fördermitteln:


(Radfernweg Minden - Herford, die ursprüngliche Planung galt Minden – Bielefeld – Gütersloh. 
Und der Radschnellweg RS1 ab Hamm über 101 km quer durch das Ruhrgebiet soll rasch fertig werden)

Das Teilstück Bielefeld: Wie kommen wir denn voran?


Die Reise beginnt: Gestern an einem ruhigen Samstagmorgen Start am Neuen Campus


Über großzügige Trassen . . .


Hinter diese Mauer ruht geballtes Wissen über kommunale Bewegungsförderung,
bewegte Nahmobilität und zeitgemäße Stadtentwicklung. Findet ein Transfer statt? 
Und welche Ziele verfolgt unsere Stadtentwicklung langfristig?




Vorbei am Ratschlag (Fahrradwerkstatt des ASTA von und für Studenten; 
Kündigung der Räumlichkeiten wegen Eigenbedarf für Ende April) . . .


. . . flott durch Unterquerungen der Voltmannstraße . . .    



. . . und der Kurt – Schumacher – Straße . . .



. . . vorbei am Bültmannshof . . .


. . . weiter Richtung Grünzug . . .



. . . Quengelgitter sturzfrei überwindend . . .


. . . von Schildern gut geleitet . . .


. . . vorbei an den Nanas und vorbei an der Alm



Die Rolandstraße: Schön, aber auch mit einem leichten Gefühl der Bedrohung. 
Hier zeigt sich: Der Flächenverbrauch durch parkende Autos ist enorm. 
Hoffentlich schwingt hier keine Tür unbesonnen auf, während ein Radler passiert)



Wohnqualität am Siegfriedsplatz . . .


. . . wird wehrhaft verteidigt:



Verwinkelt und gut beschildert über kleine Straßen . . . 


. . . irgendwie heil über die alltags schwer befahrene Stapenhorststraße 
(hier wäre eine Unterführung ein Segen!) . . .



. . . zügig unter dem nächsten Verkehrsriegel hindurch (Ostwestfalendamm und Bahntrasse; eine massive Betonkonstruktion ersetzt hier leider die frühere luftige Konstruktion, die der Basis des Eiffelturms glich)


Dann hier hinab . . .



. . . durch den Tunnel unter der Alfred – Bozi – Straße hindurch . . .



. . . weiter Richtung Waldhof . . .


. . . irgendwie über den Niederwall in die Ravensberger Straße hinein . . .    


Oups, hier habe ich mich verfahren und lande zu weit nördlich


Deshalb muss ich meinen Plan ändern und fahre nun . . .


. . . auf anderem Weg zum Zielort ´Freizeitzentrum Stieghorst´, um von dort 
auf der ursprünglich geplanten Trasse in die Innenstadt zurückzukehren


Ohne detaillierte Ortskenntnis keine Orientierung: Hier fehlt eine Beschilderung. 
Nach mehreren Erkundungen zeigt sich: Direkt rechts am Gebäude entlang . . .


. . . beginnt ein ruhiger Weg durch den Grünzug, der zum Zentrum Stieghorst führt . . .


. . . vorbei an einer einfachen, aber sehr interessant gestalteten Fahrradbahn, 
die von mehreren Kindern ausdauernd genutzt wird!


Richtung Zentrum. Aha, in der Gegenrichtung ist der Weg ausgeschildert . . .


Kurz über die Schneidemühler Straße, dann unmittelbar nördlich der
Straßenbahn - Endhaltestelle hinein in den nächsten Grünzug


Die Strecke folgt zweitweise der Straßenbahntrasse . . .


. . . mit gute Knotenpunkten für Pendler: 
Mehrere überdachte Fahrradständer an den Haltepunkten


 Weitsichtig war, dass nach dem Krieg die Grünzüge erhalten blieben. Bei Mischnutzung
leider vielerorts mit riskanten Begegnungen von Fußgängern, Radlern und Hunden . . . 


Am Ehlentruper Weg erreiche ich das Ende des Grünzugs


Dort führt der Weg stadteinwärts weiter über Fahrradstraßen, . . .


. . . nun gut beschildert


Kulturfolger: An der Fahrradstraße sprießen mehrere Fahrradgeschäfte


Pfiffig: Zigarettenautomaten zu Schlauchautomaten . . . 


Autos einmal ordentlich abgestellt in den . . .


. . . oder aber in endloser Schlange in der Straße (am Landgericht)


Nun zurück in die Innenstadt zum Ende der West- Ost - West - Durchquerung:



Stadtplanung wäre finanzierbar. Denn die Folgen mangelnder Stadtplanung 
sind es auch. Wo stehen wir und welcher Fahrpur folgt die Stadt? 



Wie werden unsere Kinder und Enkel künftig im Museum Waldhof in einer
Ausstellung zur ´Automobilen Überlastung der Städte im 20 Jahrhundert´
auf unsere heutige Gegenwart zurückblicken?
Wie werden sie dann unseren heutigen Einsatz für eine
nachhaltigen Entwicklung unserer Stadt bewerten?



Ein kluger Kopf und Arztkollege, der die Schule auf dem Foto besuchte, kann bestätigen: 
Jede/r Hausarzt/ärztin in eigener Praxis verfügt über ein Vielfaches des Jahresetats 
dieser Stadt für die Instandhaltung und den Ausbau ihrer Radwege



Ein erstes persönliches Resümée:




Schwachpunkte:

viele Unterbrechungen (querende Vorfahrtstraßen, Ampeln, oft wenig flüssiges Vorankommen…)

- kleinteilige Streckenführung überfordert Gelegenheitsradler, kein Ersatz für durchgehendeTrassen)

- kaum intuitive Streckenführungviele Zickzackverläufe

- oft Durchmischen der Verkehrsteilnehmer (der Flächenverbrauch für den stehenden und fahrenden Autoverkehr ist so hoch, dass alle Verkehrsteilnehmer zusammengedrängt werden

- enormer Investitionsstau (Infrastruktur vielerorts in schlechtem Zustand)

- Bielefeld hält den Anschluss nicht (Fahrradinfrastruktur entwickelt sich zügig um Bielefeld herum, s.o.)

- Schotterbelag, bei Schlechtwetter schlammig und teils nicht benutzbar

. . . ?

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Stärken:

- viele schöne, angenehme Abschnitte, viel Substanz vorhanden (Grünzüge nach dem Krieg erhalten, . . .)

- Unterführungen entschärfen bereits mancherorts die verriegelnden Autotrassen (Ostwestfalendamm und verkehrsreiche mehrspurige Straßen)

-  gut lesbare und einheitliche Beschilderung im Westen und im stadtnahen Osten

- Keimzellen für Stadtentwicklung an Fahrradstraßen (Ehlentruper Weg, Siegfriedsplatz, ...?)

. . . ?

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Chancen:

- Stapenhorststraße: Wäre dort am OWD langfristig ein Lückenschluss der bereits 
vorhandenen Unterführungen für Fußgänger und Radler möglich?

- Navigation: Solange mangelnde Beschilderung und kleinteilige Wegführung Radler überfordern, könnte eine gut geführte übersichtliche internetbasierte Börse für Navigationsdateien Radler durch die Stadt lotsen

- Auf der Fahrt deutlich sichtbar: Fahrradstraßen führen spürbar zu mehr Radverkehr

- Uni Bielefeld: An der Uni befindet sich (wenig beachtet ?) viel Kompetenz für die Stadtentwicklung. 
Ein Mittel gegen die Problemtrance fehlender Investitionsmittel?

-  Es ist unfassbar viel Geld vorhanden und wird auch bereits ausgegeben (s.o.) für die Folgen der Erkrankungen, die Bewegungsmangel als Ursache haben

- Gesundheitswissenschaften, WHO - und EU - Institutionen haben eine fordernde Datenlage zur Prävention  bereitgestelltNicht handeln ist demnach die teuerste Option. Aktive Nahmobilität braucht Unterstützung

. . . ?

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Kommentare:

  1. Westost-Radweg - eine gute Idee, Uwe!
    Bisher habe ich davon nur Einzelstücke wahrgenommen, nicht die Gesamtstrecke. So gibt es ein anderes Bild in der mental map
    Vorschlag 1: die Route auf der Karte zeichnen. Geht ganz einfach z.B. mit gpsies.com
    Vorschlag 2: Beim Stadtradeln machen wir eine Tour auf der Trasse
    Vorschlag 3: Weil es viele kleine Mängeln und Macken auf der Strecke gibt, helfen wir dem Tiefbauamt. Wir stellen sie zusammen (bitte alle mitmachen, z.B. im Störungsmelder (http://www.faradies-bielefeld.de/mitmachen/radweg-stoerungsmelder) , damit die Baurotten die Arbeit einfacher haben,
    Bernd

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  2. Hallo Bernd, vielen Dank, die Idee habe ich aufgegriffen, ein Link zu gpsis.com ist jetzt vorhanden. Gemeinsame Tour auf der Trasse: Prima Idee.

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  3. In Anbetracht des Abzuges der Briten und der daraus folgenden Wandlung der Konversionsflächen im Osten, sollte man das Thema "Ost-West-Passage" wirklich nocheinmal vertiefen. Wenn Studenten den Weg von dort zum Uni-Campus leicht(er) zurücklegen könnten, wäre viel gewonnen.

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  4. Für diejenigen, die - nachdem jetzt Auto und Straßenbahn für die Ost(Stieghorst)-West(Jöllenbeck)-Passage wegfallen - jedenfalls teilweise aufs Fahrrad zurückgreifen wollen, hat Mobiel am Parkplatz an der Bielsteinstraße zwei Parkplätze requiriert und dort einen mobilen Fahrradständer aufgestellt.
    Wer also aus dem Westen nach Stieghorst will, kann bis zur aktuellen Haltestelle Ravensberger Straße mit dem Fahrrad fahren und sich dann mit der Bahn bis nach Stieghorst bringen lassen.

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  5. Dieser Beitrag hat mir als Bewohnerin des fünften Kantons sehr gut gefallen. Die Vor- und Nachteile der beschriebenen Strecke sind sehr gut dargestellt. Ich wohne im Osten weiter nördlich und suche noch nach der perfekten Verbindung im nördlichen Innenstadtbereich (so etwa von der Radrennbahn aus Richtung Siegfriedsplatz). Ein Ansatz dazu ist das neue grüne Band, das aber leider an der Seidenstickerhalle endet (wenn es weitergeführt würde, könnte es eine gemütliche Verbindung durch das neue Schlachthofviertel Richtung Hauptbahnhof werden). Durch die Stadt selber muss man dann leider durch die Fussgängerzone schieben oder den Willi-Brandt-Platz queren (s. Radmängelmelder). Generell gehen die Planer wohl eher vom gemütlichen Radausflügler aus statt vom Alltagsradler, der zügig vorankommen will.

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    1. Du könntest auf der Werner-Bock-Straße bis zum Kesselbrink fahren. Dann Friederich-Verleger-Str., den Parkplatz hinter der alten Post überqueren und dann an der Ampel über die Herforder- in die Zimmerstraße (ist natürlich jetzt ECE-Baustelle). Hier lässt sich die Fußgängerzone leichter durchqueren. Am Ende dann in die Friedenstraße und dann wieder rechts durch die Karl-Eilers-Straße über die Elsa-Brandström-Straße zur Arndtstraße.
      Der Weg über den Bahnhof sieht für mich nach Umweg aus.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".