Freitag, 27. März 2015

CDU Vertreter in der Bezirksvertretung Mitte vergleicht Radfahrer mit Besoffenen (NW vom 26. März 2015)

Hartmut Meichsner (CDU) in der Bezirksvertretung Bielefeld-Mitte zu den Vorschlägen des Amts für Verkehr der Stadt Bielefeld, wie den Unfällen mit Radfahrer-Beteiligung auf Feilenstraße und Jöllenbecker Straße begegnet werden soll:

"Wenn Besoffene über die Straße laufen, können Sie das so auch nicht verhindern"
zitiert nach Neue Westfälische, Donnerstag 26. März 2015

Fragen an Herrn Meichsner:

1. Haben Sie ein Fahrrad?
2. Falls ja: Haben Sie es in diesem Jahr schon einmal in der Stadt benutzt?
3. Trinken Sie Alkohol?
4. Falls ja: Sind sie dieses Jahr schon einmal besoffen durch die Stadt gelaufen?
5. In welchem Zustand konnten Sie die Brauchbarkeit der gegenwärtigen Verkehrsführung zwischen Jöllenbecker Straße und Feilenstraße besser beurteilen? (Ggf. als hypothetische Frage.)

Unten ist Platz für Ihre Antwort, Herr Meichsner. Wenn Sie nicht antworten, haben Sie nicht bemerkt, dass hier über Sie diskutiert wird oder Sie haben den offensichtlichen Blödsinn Ihrer Aussage erkannt und schweigen beschämt. Oder vielleicht fahren Sie mit dem Verfasser einfach mal Fahrrad in Ihrem Bezirk Mitte.

Kommentare:

  1. Ist der Kommentar von Herrn Meichsner vielleicht in dem Zusammenhang so zu verstehen, dass ihm die Schutzmaßnahmen nicht weit genug gehen und man auch betrunkene Fußgänger und Radfahrer die auf der "falschen" Seite fahren mit mehr als nur Sie-fahren-falsch-Schildern schützen muss!? Dann fände ich seinen Kommentar goldrichtig. Man muss auch nach einem Kneipenbesuch sicher nach Hause kommen können. Appellschilder reichen nicht aus, man muss Radfahrer/Fußgänger schützen, die eine unübersichtliche riskante Verkehrslage nicht erfassen können. ZB durch bauliche Maßnahmen mit denen Fußgänger und Radfahrer rechtzeitig gesehen werden und die Geschwindigkeit des MIVs senkt. In dem Sinne bin ich auf Vorschläge von Herrn Meichsner gespannt.

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  2. Könnte aus dem Zusammenhang gerissen sein. So wie es da steht, scheint es relativ sinnfrei zu sein, da man "Besoffene" sowieso nur schwer daran hindern kann, sich selbst in Gefahr zu bringen. Mit dem Argument, kann man auch alle Lichtzeichenanlagen abschaffen, da man auch damit "Besoffene" nicht daran hindern kann, "über die Straße zu laufen".

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  3. Es ist der Gebrauch der Bezeichnung „Besoffene“ im Zusammenhang mit dem Verhalten von Radfahrern, was ich unmöglich finde. Verkehrs-(widriges) Verhalten folgt aus verschiedenen Bedingungen. Es muss differenziert werden! Pauschale Beschimpfungen sind nicht akzeptabel.

    Ob Radfahrer oder Kraftfahrzeugführer, alle Verkehrsteilnehmer reagieren auf Anforderungen aus Verkehrsregeln in Kombination mit dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer und sonstigen Umgebungsbedingungen.

    Dabei ist eines jedoch sicher: Radfahrer sind gegenüber Kraftfahrzeugen immer potenziell in Lebensgefahr und werden sich nicht absichtlich in gesteigerte Lebensgefahr bringen. Im Zweifel gefährdet sich der Radfahrer nur selber. Verletzungsgefahr besteht für Radfahrer auch bei verkehrsregelgemäßem Verhalten, wie die Unfallstatistiken z. B. bei Vorfahrt- und Rechtsabbiegeunfällen zeigen.

    Dazu kommt, dass an vielen Stellen v. a. Radfahrer die Lücken in der auf Kraftfahrzeugverkehr optimierten Verkehrsführung kreativ selber überwinden müssen. Die Wege in unserer Stadt werden den (steigenden) Anforderungen an vielfältige Verkehrsarten (Fuß, Rad, Schiene, MIV) noch längst nicht durchgängig gerecht.

    Die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik haben hier noch eine Menge zu verbessern. Diese Maßnahmen als sinnlos zu bezeichnen, weil Radfahrer wie „Besoffene“ agieren, ignoriert diese Zusammenhänge und ist unerträglich.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".