Mittwoch, 8. Oktober 2014

Neulich im AK Rad: August-Bebel-Straße mit oder ohne Schutzstreifen?

Im Arbeitskreis Rad arbeiten Stadtverwaltung und Verkehrsverbände (VCD, ADFC und GAFF) zusammen. Radverkehrsthemen werden dort vorberaten. Die Themen sind es wert, dass eine interessierte Öffentlichkeit darauf schaut und sich auch eine Meinung bildet.

Am 2.9. ging es um die August-Bebel-Straße, wo an der Marktstraße ein Hochbahnsteig gebaut wird. Und die Gleise der Stadtbahn werden für die breiteren Vamos-Wagen auseinandergezogen.

Zur Zeit gibt es dort keine Radverkehrsanlage, Radfahrer fahren auf der Fahrbahn. Für den Ausbau gibt es zwei Varianten, mit und ohne Schutzstreifen. Das sieht so aus:

August-Bebel /Hermannstr., Variante ohne Schutzstreifen
(Klick aufs Bild zum Vergrößern)


August-Bebel /Hermannstr.,Variante mit Schutzstreifen
(Klick aufs Bild zum Vergrößern)




Im Querschnitt:


Auf den ersten Blick sieht die Variante mit Schutzstreifen vorteilhaft aus.

Auf den zweiten Blick  fällt auf: es geht auf Kosten des Gehwegs. Eine Gehwegbreite von 2,50 ist unterstes Minimum, reicht gerade für die Begegnung von zwei Fußgängern mit Taschen.

Die Variante ohne Schutzstreifen würde die Radfahrer im Mischverkehr führen, bei Tempo 30.


Die Straßenbahnschienen sind für ungeübte Radfahrer/innen ein Sicherheitsproblem. Man kann in die Schienen geraten und stürzen. Dadurch, dass die Schienen für die Vamos-Wagen auseinandergezogen werden, wird es zwischen Bordstein und Schienen recht eng , es bleiben nur rund 1,40m.

Die Vorlage gibts hier:

Es gibt auch eine ganz andere Ansicht: Rita Stuke schreibt im Leserbrief vom 5.10 in der NW,  sie zieht es vor, lieber die zwei bisherigen Haltestellen beizubehalten statt sie zu einer Hochbahnsteighaltestelle zusammen zu legen. Statt der breiten Vamos-Wagen lieber öfter eine kleinere Niederflurbahn ...

Viel Stoff also für Diskussionen (man kann gleich hier unten zu schreiben anfangen).

Kommentare:

  1. Was ist mit den Parkplätzen? Die müssen wahrscheinlich unbedingt erhalten bleiben, oder?
    Ich würde für Variante 1 stimmen.
    Es gilt Tempo 30.
    Man könnte z. B. die Linksabbiegespur 3 Meter breit einrichten. Dann könnte man zu jeder Seite die Gleise noch 0,25 Meter nach innen verschieben.
    Bei Variante 2 sind alle Fahrspuren zu eng.

    Bei uns im Ort wurde erst kürzlich eine Straße mit Schutzstreifen ausgestattet. Vorher gab es keine Radverkehrsführungen:
    Aus einer Straße mit zwei Fahrspuren, wurden jeweils links und rechts 1,25 Meter (!) breite Schutzstreifen angelegt. Die Restbreite der Fahrspuren beträgt ca. 3 Meter. Über 80 Prozent der KFZ-Fahrer fahren pauschal über den Schutzstreifen. Langsamer wird auch nicht gefahren.

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    1. Bisher ist dieses Stück der August-Bebel-Str. eine "No-Go-Area" (besser: "No-Ride-Area" für die allermeisten Radfahrer/innen. Das muss sich schon deswegen bessern, weil die frühere gefühlte Barriere Kesselbrink nach der Umgestaltung viel mehr Radverkehr als früher hat und es hier nun einer objektiv und subjektiv aktzeptablen Radverbindung zwischen Kesselbrink und Ravensberger Straße bedarf.

      Wegen Schutzstreifen: Die technischen Regelwerke (die die Behörden beachten müssen) sagen, dass die Restfahrbahn außerhalb der Schutzstreifen mindestens 4,5 m (= etwa 2 Kfz-Breiten) breit sein muss. Die von Dir geschilderten 3 m Restfahrbahn wären demnach rechtswidrig.

      Grüße
      Thorsten

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    2. Da habe ich mich wohl nicht geschickt ausgedrückt. Es sind bei uns pro Fahrspur 3 Meter. Also insgesamt 6 Meter für beide Fahrrichtungen.

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  2. Normalerweise gebe ich aus persönlicher Überzeugung nichts auf Schutzstreifen für Radfahrer. Hier aber halte ich sie für dringend erforderlich und zwar wegen der Gefährdung durch die Straßenbahnschienen. Wer das ausprobieren möchte, kann heute die August-Bebel-Straße weiter nach Süden fahren, wo sie in einer Linkskurve in die Oelmühlenstraße mündet. Ohne fortgeschrittene Fahrradakrobatik ist ein sicheres Fahren rechts von den Schienen nicht möglich. In der Mitte zwischen den Schienen ist es auch nicht besser, v. a. wenn man den Druck der Autofahrer im Nacken spürt.

    Fazit: Ohne Ballon-Reifen sollte man die Gegend im jetzigen Zustand ganz vermeiden. Eine Gesamtbetrachtung der August-Bebelstraße als un/erwünschte Radstrecke sollte bei der anstehenden Neugestaltung unbedingt zugrundegelegt werden.

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  3. Der Hochbahnsteig muss kommen wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit (genauso übrigens auch vor dem Klinikum Mitte).

    Die Fusswege sind in beiden Varianten breiter als heute. "Schutzstreifen" sind verschwendete Farbe.

    Tempo 30 wird nirgends gefahren.

    Ich kann deshalb niemandem empfehlen dort mit dem Fahrrad zu fahren. Weder jetzt noch zukünftig.

    ich freue mich schon, wenn der Bahnsteig gebaut wird und die Luttersanierung die August-Bebel-Straße quert. Dann kann man sich ungefähr vorstellen, wie schön die Straße dort ohne MIV sein könnte (allerdings fährt die Straßenbahn dann auch nicht).

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  4. Ich habe mir die Vorlage jetzt mal angesehen. In der Variante ohne Schutzstreifen, gibt es eine ordentliche Verkehrsinsel in Höhe Ravensberger Strasse, die die Überquerung der August-Bebel-Str. erleichtern wird. Mit Schutzstreifen fällt diese Insel weg.

    Da heute sowieso nur wenige in dem Abschnitt auf der August-Bebel-Str. Fahrrad fahren, ist es sinnvoller die bestehenden Wege (wie z. B. die von Radfahrern stark frequentierte Ravensberger Str.) zu verbessern.

    Gegen die Schutzstreifenvariante spricht auch, dass diese auf Höhe August-Schröder Strasse dann wieder ins Leere laufen (also wieder nur Flickwerk wären).

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  5. Dass in der Schutzstreifen-Variante die Verkehrsinsel fehlt, ist ein Trick aus dem Amt für Verkehr, in dem einige Leute die Schutzstreifen-Variante diskreditieren wollen, um Parkplätze entlang der August-Bebel-Straße einrichten zu können.

    Natürlich können in der übrigen Straße auch dann Schutzstreifen markiert werden, wenn man eine Insel baut. Neben der Insel wären die Restfahrbahnen so schmal, dass Kfz-Fahrer keine Radfahrer überholen könnten. Schutzstreifen wären an dieser Stelle nicht nötig.

    In der Variante ohne Schutzstreifen (klarer gesagt: die Parkplatz-Variante) wären Radfahrer gezwungen, ständig in der Türöffnungszone geparkter Kfz zu fahren und zwar ohne Ausweichmöglichkeit (wegen der Rillengleise bzw. der Stadtbahnzüge).

    Dass heute nur wenige Menschen mit dem Rad auf der August-Bebel-Straße fahren (obwohl es dort einige Quellen und Ziele des Radverkehrs gibt und die Straße außerdem eine Verbindungsfunktion hat), liegt schlicht daran, dass die dortigen Verhältnisse zum Radfahren heute schlecht sind. Das ist aber kein Argument dafür, dass man beim Umbau den Radverkehr ignorieren muss, damit die Verhältnisse künftig genauso schlecht sein werden.

    Spätestens mit der nächsten Deckensanierung können Radverkehrsanlagen auch zwischen Kesselbrink und Nikolaus-Dürkopp-Straße geschaffen werden. Zunächst südlich der Nikolaus-Dürkopp-Straße etwas zu tun, wäre also kein Flickwerk, sondern der erste Schritt zu einem wichtigen Lückenschluss.
    Wenn man jetzt ab Nikolaus-Dürkopp-Straße südwärts nichts täte, würde es demnächst andersherum heißen: "Da ist ja nichts, also muss zwischen Kesselbrink und Nikolaus-Dürkopp-Straße auch nichts gemacht werden ... ".

    Tempo 30 einzuführen ist ein Schritt in die richtige Richtung - auch aus Gründen, die mit dem Radverkehr nichts zu tun haben. Wohlgemerkt: Faktische Geschwindigkeiten bis 30 km/h, nicht lediglich ein Schild am Anfang der Straße. Es ist bei der hohen Kfz-Belastung aber allein nicht ausreichend, damit auch normale Menschen hier Rad fahren.

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  6. Ich habe mir die Bilder und die veröffentlichten Dokumente der Stadt (https://anwendungen.bielefeld.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=20609) gerade noch einmal angesehen. Also wirklich gut ist keine der beiden Versionen, da man bei beiden mit Schienen zu tun hat, was mit dünneren Reifen gefährlich ist.

    In der Version mit Schutzstreifen ist dieser max. 1,50m breit. Das ist viel zu schmal. Auf dem Bild sieht es so aus, als ob auf der einen Straßenseite Parkplätze angelegt werden sollen. Dann muss man aus Sicherheitsgründen vor aufgehenden Türen sowieso neben dem "Schutzstreifen" fahren. Also wäre es unsinnig, ihn am Rand anzulegen.
    In der anderen Fahrtrichtung ist die Fahrspur inkl. Schutzstreifen neben die Bahnhaltestelle gequetscht. Bei dieser Version werden sehr viele Autofahrer keinen Sicherheitsabstand beim Überholen von Fahrrädern einhalten, was sehr gefährlich ist.

    Da keine Version gut ist, wähle ich das kleinere Übel, und das ist die Version ohne Schutzstreifen. Hierbei ist zu überlegen, ob man "Sharrows" auf der Fahrbahnmitte anbringt, also Fahrradsymbole, die verdeutlichen, dass Fahrräder auf der Fahrbahn fahren. Und zwar nicht an den Rand gequetscht, sondern mittig auf der Fahrbahn, wo man sicher vor Autotüren ist und auch im Sichtfeld von Autofahrern. Hier ein Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Anteilig_genutzter_Fahrstreifen#/media/File:Sharrows_Toronto_2011.jpg

    Bei maximal erlaubter Geschwindigkeit von 30 km/h ist an Mischverkehr mit dem MIV auch nicht viel auszusetzen.

    Ein paar Worte noch zu meinem Vorredner:
    "In der Variante ohne Schutzstreifen [...] wären Radfahrer gezwungen, ständig in der Türöffnungszone geparkter Kfz zu fahren"
    Nein, genau das ist bei Schutzstreifen der Fall. Sie führen in der Regel mitten durch die Türoffnungszone.
    Eine Alternative sind die von mir beschriebenen Sharrows. Man kann auch die Schutzstreien in die Mitte der Fahrbahn malen, aber dann wird das Straßenbild unübersichtlich.

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  7. Gute Überlegung, Torsten. Zu den Abständen der "Dooring Zone" hier eine schöne Zeichnung, die einiges klar macht:
    http://commuteorlando.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/dzbuffered.jpg
    Der ausgewachsene PKW ist mit geöffneter Tür schon mal 116 Zoll (ca 2,90m) breit. Der Reifen des Fahrrads befindet sich dann 156 Zoll (ca 3,90m) links vom Bordstein. Zusätzlich sind da noch die Schienen, die bei Regen ganz schön rutschig werden.
    Wer an der August-Bebel-Straße Parkplätze einrichten will, der geht ein ziemliches Verkehrsrisiko ein.

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  8. Wegen der Schienen würde ich an der August-Bebel-Str. auch Schutzstreifen für sinnvoll halten. Optimal wäre es, wenn dafür nicht der Fußweg schmaler würde, sondern die Parkstreifen wegfallen würden, aber das ist wohl in Bielefeld undenkbar...

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    1. Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer statt Parkplätzen für Autos finde ich super. Aber was haben Schienen mit Schutzstreifen zu tun? Kannst du das näher erläutern? Meinst du so etwas: https://de.wikipedia.org/wiki/Anteilig_genutzter_Fahrstreifen#/media/File:401_tramline%2Bcars%2Bcycling_Steintor_Bremen.JPG

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  9. Torben, vielleicht bist Du bei der Betrachtung der Pläne einen Irrtum unterlegen:

    Die vom Amt für Verkehr favorisierte Variante 1 (d.h. ohne jegliche Maßnahme für den Radverkehr) sieht auf ganzer Länge zwischen Nikolaus-Dürkopp-Str. und Ravensberger Str. Parkplätze vor. Wer mit dem Rad genug Abstand von den Fahrertüren halten möchte, kommt den Rillengleisen bereits gefährlich nahe. Dazu kommt: Ein Vamos-Stadtbahnzug hat auf jeder Seite ca. 1 m Überhang über die Gleise. Damit bliebe bei Variante 1 zwischen geparkten Kfz und Stadtbahnzug je nach Straßenabschnitt nur 0,8 m bis 1 m Platz. Für die allermeisten Radfahrer/innen dürfte das eine Horrorvorstellung sein, die in jedem Fall dazu führt, dass die August-Bebel-Str. eine Tabuzone bleibt bzw. dass Radfahrer auf die Gehwege ausweichen. Gegenüber der heutigen Situation würde sich nichts bessern. Der Anspruch an eine grundlegende Neugestaltung kann aber nicht sein, alles so (schlecht) zu lassen wie es heute schon ist, und dies auf Jahrzehnte hinaus zu konservieren.

    Die Hauptstr. in Brackwede zeigt seit Jahren, dass eine solche Konstruktion wie in Variante 1 für den Radverkehr nicht funktioniert. In der Hauptstr. gilt Tempo 30, die Straße wird gesäumt von Parkplätzen in Längsrichtung, die Radwegbenutzungspflichten sind längst aufgehoben. Das Ergebnis: Fahrbahnfahren in der Dooring-Zone; Stadtbahnfahrer wirken nachdrücklich auf Radfahrer ein, Platz zu machen; selbst, wenn die Stadtbahnfahrer das nicht tun, bleibt der Fahrbahnbereich zwischen Fahrertüren und Rillengleisen extrem unangenehm und macht den allermeisten Radfahrer/innen Angst; sie nutzen daher die schlechten Radwege (als etwas kleineres Übel; Tempo 30 wird nicht eingehalten – dennoch keine Verkehrskontrollen, weil keine Unfallhäufung); Konflikte mit Fußverkehr sind vorhersehbar.

    Die Variante 2 (mit Schutzstreifen) hat im Bereich des künftigen Hochbahnsteigs keine Parkplätze. Konflikte mit Fahrertüren sind hier also nicht zu befürchten. Allerdings wäre hier noch eine Modifikation nötig: Bei genauerer Betrachtung der Querschnitte sieht man, dass zwischen Stadtbahnzug und Bordstein ca. 2,3 m verbleiben, die Pkw-Fahrer dazu verleiten, rechts an Zügen vorbei zu fahren. Es ist aber ohne weiteres möglich, den Zwischenraum so weit zu verknappen, dass Pkw nicht mehr rechts an Zügen vorbeifahren können, wohl aber Radfahrer/innen. Der Schutzstreifen müsste dazu an seinem Beginn baulich freigehalten werden, damit Kfz nicht nach rechts versetzt hinter Zügen warten und damit Radfahrer/innen die Zufahrt verstopfen.

    Soweit Variante 2 zwischen Hermannstraße und Ravensberger Str. noch Parkplätze vorsieht, sind sie wegen der Dooring-Zone in der Nähe von Rillengleisen natürlich genauso problematisch wie in Variante 1. Das hat aber wie schon in Variante 1 nichts mit den Schutzstreifen zu tun, sondern mit den Parkplätzen.

    An der Ravensberger Str. müsste die Variante 2 insoweit modifiziert werden, als man hier die Querungshilfe aus Variante 1 einbauen und in den schmalen Fahrbahnen neben der Querungshilfe auf Schutzstreifen verzichten kann.

    (Fortsetzung folgt)

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  10. (Fortsetzung)

    In der Kurve zur Oelmühlenstr. könnte man Platz schaffen, indem man die Gleise enger zusammenrückt, sodass immer nur Zug durch die Kurve fahren kann. Technisch ist das ohne weiteres möglich, fraglich allerdings, ob moBiel mitspielen würde. Falls die Gleise nicht zusammengerückt werden können, wäre die Kurve ein Einsatzgebiet für „sharrows“.

    In der Oelmühlenstr. kann man die Gehweg-Engstellen entschärfen, indem man (Variante 1) keine Parkplätze vor der Kurve (Fahrtrichtung stadteinwärts) anlegt bzw. (Variante 2) die Kernfahrbahn zwischen den Schutzstreifen nicht unnötig breit macht (lt. Plan 6 m; ausreichend 5,5 m).

    Rad- und Kfz-Verkehr zu mischen, wird (z.B. in den ERA 2010) bei Tempo 50 bis 400 Kfz/Std. als verträglich angesehen, bei Tempo 30 bis 800 Kfz/Std.. Die August-Bebel-Str. hat eine Belastung von 1.400 Kfz/Std.. Radverkehrsförderung und eine bewegungsfreundliche Stadt zu schaffen, heißt Verhältnisse zu schaffen, dass mehr Menschen mehr Radfahren lassen. Und zwar Menschen „von 8 bis 80“ , auch wenn sie nicht besonders spurtstark oder mutig sind. Allein Tempo 30 anzuordnen und auf Mischverkehr zu hoffen, würde gegenüber der heutigen Situation nichts ändern.

    Der Schutzstreifen auf der Mitte einer Fahrbahn (wie in einer Soester Einbahnstraße) ist ein interessantes Instrument, würde in der August-Bebel-Straße aber im Gleisbereich verlaufen und Stürze veranlassen können.

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    Hinweis: Pläne und Querschnittszeichnungen im Ratsinformationssystem unter www.bielefeld.de >> Rat und Verwaltung, dort mit Suchbegriffen 0289/2014-2020 und 1548/2014-2020 zu finden

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    1. Zu der Zeit als ich den Beitrag schrieb, war ich tatsächlich von anderen Plänen ausgegangen. Erst danach habe ich die Darstellungen vom ADFC gesehen (http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-bielefeld/aktuelles/aktuelles/article/august-bebel-strasse-planung-gefaehrlich-fuer-rad.html). So ist die Variante ohne "Schutzstreifen" nicht zu verantworten.

      Ich verstehe nicht, warum die Stadtverwaltung so lange nach Möglichkeiten sucht. So lange wir in Sachen Infrastruktur schlechter dastehen als die Niederlande, können wir deren Ideen einfach kopieren: https://anderebmv.files.wordpress.com/2015/09/strac39fenbahn-route-mit-parallelen-radweg-aber-keine-zugang-fc3bcr-kraftfahrzeugen-fred-petterbaan-amsterdam.jpg
      Statt der Büsche links den Fußweg breiter, damit vor den Geschäften genug Platz für Fußgänger ist - fertig.

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  11. Leider zeigen die Bilder am Anfang des Beitrags nicht den ganzen neu zu gestaltenden Bereich. Insbesondere fehlen der Abschnitt zwischen Nikolaus-Dürkopp-Str. und Hermannstr., der Kreuzungsbereich Ravensberger Str. und der Abschnitt Ravensberger Str. durch die Kurve hindurch bis zur Teutoburger Str.. Das macht es schwierig, die Planungen zu beurteilen, wenn man nicht auch die öffentlich zugänglichen vollständigen Zeichnungen aus dem Ratsinformationssystem kennt.

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  12. Schutzstreifen sind nicht in jeder Situation die beste Lösung. Hier in der August-Bebel-Straße mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen können sie aber dabei helfen, das Autofahrende (u.a. auch beim Halten) den rechten Fahrbahnbereich freihalten. Damit Radfahrende rechts am Stau vorbeifahren können und nicht mitstauen müssen (oder auf dem Bürgersteig fahren). Parkplätze rechts neben dem Schutzstreifen gehen natürlich nicht.

    Wenn Auto-Parkplätze an einer Straße vorhanden sind, werden sie natürlich auch benutzt. Wenn sie nicht vorhanden sind, parken die Kunden eben auf den Kundenparkplätzen, hier von Barmer-GEK, Rewe, BAJ, Jugendgästehaus, Theaterlabor. Und wenn die August-Bebel-Straße insgesamt radfahrfreundlicher wird, dann kommen auch weniger Menschen mit dem Auto und mehr mit dem Rad. Schwierig sind Autoparkplätze bei diesen beengten Platzverhältnissen schon deshalb, weil Einpark-, Auspark- und Rangierverkehr immer wieder zu „Verstopfung“ führen.

    Übrigens: Es geht hier komischerweise immer um „notwendige“ Parkplätze für Autos, nicht etwa um Parkplätze für Fahrräder …

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  13. Torben schrieb: "Eine Alternative sind die von mir beschriebenen Sharrows."

    In der Variante 1 (ohne Schutzstreifen) helfen auch Sharrows nicht weiter: Falls man sie (sinnvollerweise) nicht in der Autotürenzone markieren würde, müsste man sie bereits im Gleisbereich markieren. Das geht aber auch nicht wegen der Gefahr, mit dem Fahrrad oder dem Anhänger in die Gleisrille zu geraten.

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  14. Da beide Varianten suboptimal sind: Was ist mit Shared space in dieser Straße?

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    1. Bei einer Kfz-Belastung von ca. 1400/Std. wird der Kraftverkehr die anderen Verkehrsteilnehmer vermutlich verdrängen. Variante 2 ist durchaus optimierungsfähig: Keine Parkplätze entlang der Fahrbahn und die Querungshilfe an der Ravensberger Str. aus Variante 1.

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".