Sonntag, 21. September 2014

Artenvielfalt im Stadtverkehr

Mit der Wiederentdeckung des Fußverkehrs (der war zwanzig Jahre schlicht vergessen worden)
fand nun der ´Erste Fußverkehrskongress´ in Wuppertal statt. 


Näheres unter WDR 5 Leonardo vom 16.09. 
(http://www1.wdr.de/radio/podcasts/wdr5/leonardo302.html0:45-6:55 min. 

Freitag, 12. September 2014

Weisheiten vom Lande


Schnappschüsse von einer netten Radeltour letzten Sonntag, 

über Haus Brincke, Hoyel und Enger zurück nach Bielefeld


Aha, die Welt ist kein ...



Aber noch handeln wir so! Noch führen viele Planungen von Hoyel ins


Und während sich das träge Ringen um gesellschaftliche Wandel anfühlt wie ein


und deshalb die verbleibende Zeit für einen komfortablen Wandel immer kürzer, knapper, ....



wird, sinnieren wir abends überm Bier



... und staunen über Dinge, die abseits von Bielefeld geschehen:


http://www.rs1.ruhr

http://www.die-gdi.de/dirk-messner/
(Videos auf der Seite rechts unten)


Dienstag, 2. September 2014

Split Brain

von Dr. med. Uwe Adam

I love my brain!


Dieser Satz ist unter Radlern sicherlich konsensfähig. Aber mit dem Radeln verbindet sich auch ein Stück Freiheit und Selbstbestimmung, z. B. über den Kopfschutz selbst zu entscheiden.

Ein Thema mit Spaltpotenzial! - Split brain.



I love my brain. Foto: Uwe Adam


Ein persönliches Erlebnis vorweg


Ein Sommerabend 2010, viel zu schön für die Fortbildung. Am Kreuzkrug in Dornberg steht die Sonne tief im Westen und lässt den Asphalt auf der Werther Straße blenden. Mit meinem Kollegen Dr. Kühle bin ich zu früh angekommen, die Anfangszeit wurde kurzfristig um eine Stunde nach hinten verschoben. Gerade wollen noch mal aufbrechen, da knallt es plötzlich ganz bedrohlich hinter uns. Es ist was passiert!


Es kommt mir wie gestern vor: Ein Augenblick Stille, der Schrei der Autofahrerin, die tief eingedrückte Frontscheibe des Autos, ein Radler liegt auf dem Asphalt vor der Verkehrsinsel, bewusstlos.






Sicherung des Unfallorts, Freihalten der Atemwege mit Esmarch-Handgriff, Rettungswagen rufen. Der sportliche Radler erwacht nach wenigen Minuten aus tiefer Bewusstlosigkeit. Er wird ohne Spätfolgen genesen. Er trug einen Helm.


Zeichnung auf Asphalt. Foto: Uwe Adam

Meine persönliche Sturzbilanz


  • 1984 Gotthard-Abfahrt, Ölspur, keine Chance;
  • Jahre später am Col de la Bonnette im Regen auf einer Brücke mit Metallgittern, keine Chance;
  • Jahre später in der Arndtstraße, ein Bulli, Blickkontakt mit dem Fahrer, der fährt an der Stoppstraße los, keine Chance.
Mir geht's gut. Dank Helm!


Uwe Adam mit Helm. Foto: Uwe Adam

Die Einsicht erscheint mir folgerichtig. Warum sollten dann nicht alle Radfahrer einen Helm tragen müssen? Das wäre die logische Schlussfolgerung und eine Forderung der Vernunft. - Doch so einfach, wie es aussieht, ist es nicht!


Von der kontraintuitiven Wirkung der Helmpflicht


Verkehrsmediziner, Unfallforscher, Wirtschaftswissenschaftler, Versicherungsmathematiker und die Vergleiche mit Nachbarländern decken auf:

Sobald der Helm-Segen zur Pflicht wird, ist dieser Nutzen dahin!
Das nennt man kontraintuitiv, denn es widerspricht der eigenen logischen Erwartung.

Nach neueren Erkenntnissen und Veröffentlichungen würde die Einführung einer allgemeinen Helmpflicht die Radler vergrätzen und damit die positiven Effekte des Radelns soweit zurückdrängen, dass der resultierende Schaden den Nutzen sogar deutlich überwiegen würde.




Mich als Arzt und Radler wird das nicht davon abhalten, stets den Helm zu nehmen und allen(!), die mich fragen, dasselbe zu empfehlen!

Doch es zeigt, dass eine Verpflichtung zum Helmtragen nicht Lösung für ein Problem sein kann, welches an anderer Stelle und auf andere Weise behandelt werden muss:


Das Thema Verkehrssicherheit


Wie gesagt widerspricht es meiner Intuition und meiner Erfahrung als Arzt und Radfahrer, aber:

Die einfache Forderung nach einer gesetzlichen Helmpflicht darf die komplexeren und wichtigeren Fragen nach der Verkehrssicherheit nicht in den Hintergrund drängen.

Oder noch drastischer formuliert:

Das Thema Helmpflicht hat mit dem Thema Verkehrssicherheit ungefähr soviel zu tun wie die Milchstraße mit einem Molkereiprodukt.