Sonntag, 6. Juli 2014

Stadtradeln Bielefeld – game over

Unsere drei Wochen sind vorbei. Das ausgerufene Ziel von 800.000 Km, passend zur 800jahr- Feier der Stadt, haben wir zwar nicht erreicht. Wetter, WM & Vorurlaubszeit (-mangel) haben da wohl ein wenig gebremst. Gestern Abend auf dem letzen Kilometer...


Viel wichtiger: 164 Teams gingen in Bielefeld an den Start und haben sich jede Menge Gemeinsinn, Kreativität und Aufmerksamkeit erradelt! 


Unsere knapp 50 Köpfe zählende Gemeinschaft ´Mit Ärztlichem Rad´ hat es an die achte Stelle in der Teamwertung geschafft. Dank an alle Teilnehmer, die dazu beigetragen haben, gerade auch die Teilnehmer mit scheinbar kleineren Beiträgen! Letztlich zählen gerade diese Kilometer besonders

Drei Wochen waren sicher für viele motivierte Ein-/Umsteiger aufs Rad ein guter Zeitraum, um Gewohnheiten zu hinterfragen & Gemeinschaft zu erleben. Sie werden jetzt Bilanz ziehen können. Hoffentlich ist es gelungen, auch Kindern, bildungsferneren Mitbürgern und unsicheren Gelegenheitsradlern vermehrt aufs Rad zu helfen. (Abb. 2013)


Die WHO hat mit der Totonto Charta 2010 eindrucksvoll aufgezeigt, welchen Stellenwert alltagsnahe Aktivität für die Vermeidung nichtübertragbarer Krankheiten hat. Unsere Homepage Faradies-bielefeld kann Umschlagplatz & Marktplatz für Aktivitäten der vielen Gruppierungen über den Zeitraum des Stadtradelns hinaus werden

Drei Punkte abschließend:
1. Letztes Wochenende auf dem NRW Tag war vom Landesminister zu hören: Vierzehn Tonnen CO2 verbraucht jeder NRW Bürger im Schnitt (bundesweit sind es zehn Tonnen)

2. Letzten Donnerstag beim des Vortrags des Transition Town Begründers Rob Hopkins wurde klar, dass Menschen nicht nur über Konsum & Konkurrenz zu motivieren sind, sondern durch Kooperation, den ´sense of coherence´. Unglaublich viele Potenziale vielfältig begabter Menschen gehen uns noch verloren

3. Ach leider: Ein unerfreuliches Thema sollte nicht verschwiegen werden. Weniger routinierte Fahrer werden im besonderen Maße von riskant bis aggressiv agierenden Verkehrsteil- nehmern verunsichert. Ein SUV, das mit hoher Geschwindigkeit und minimalem Abstand überholt, erzeugt eine Mischung aus Angst, Schrecken, Wut & Ohnmacht. Speziell bei Einzelfahren über Land und fehlender sozialer Kontrolle durch eine Gruppe machten einige Teilnehmer diese unangenehme Erfahrung. In Übereinstimmung mit diesem Problem war ´RESPEKT´ das Hauptthema auf dem NRW Tag in der Diskussion von Schüler/innen mit der Ministerpräsidentin

Welche Funktion steckt hinter respektlosem Verhalten? Aus meiner spezifischen ärztlichen Erfahrung heraus äußere ich die Vermutung dass hinter dem Bedrohungsverhalten im Straßenverkehr ein starker Manipulationsversuch steckt, die ´Introjektion´. Das Fahrzeug als Bühne eigener Frustrationen. Einerseits zu schwach, die eigene Lebenssituation positiv zu verändern und andererseits nicht gleich tätlich werdend begnügen sich diese Personen, dem Radler ´einen gehörigen Schrecken einzujagen´.
Ach und ein Wunsch noch: Ludger möchte, dass ab 2015 Höhenmeter mit erfasst werden :-).

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Danke für deinen Beitrag und allzeit gute Fahrt im "Faradies".