Donnerstag, 26. Mai 2016

Stadtradeln Auftaktfahrt am 12.6.


Viele RadfahrerInnen, die in guter Stimmung gemeinsam die Innenstadt befahren sind die Hauptattraktion des Stadtradel- Auftakts.


Vom Startpunkt Kesselbrink fahren wir
- durch den Ostwestfalendammtunnel und weiter bis zum Johannistal - so gut befahrbar stellt man sich einen Radschnellweg vor
- über das Hufeisen zum Jahnplatz und weiter zum Willy-Brandt-Platz -  richtig viele Radfahrende im Stadtzentrum
- über den Oberntorwall zur Stapenhorststraße - hier ist es zu schmal „mehr Platz fürs Rad bitte!“
- ein Stück Voltmannstraße - so wünscht man sich einen Radweg
- zum Nordpark, wo die Fahrt beim Radlerpicknick des Umweltamts endet.

Die Route sieht man hier: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=kzzwigqalchxakdj

Plakate zum Aushängen und Flyer gibts beim VCD, Umweltzentrum in der August-Bebel-Straße 16 

Dienstag, 24. Mai 2016

BISELA rollt los - feiert mit

Ein knappes Jahr ist es her, dass Transition Town Bielefeld e.V. mit der Idee, freie Lastenräder für Bielefeld anzuschaffen an die Öffentlichkeit getreten sind.

Inzwischen konnten sie das erste Lastenrrad Dank der Spenden von Bielefelder Bürgerinnen, Bürgern und Firmen kaufen. Dazu kam ein zweites, das leihweise zur Verfügung gestellt wird.



Zum offiziellen Start der Verleihphase von BISELA laden Transition Town ein zu

 „BISELA rollt los“

am Freitag, 03. Juni 2016, 17.00 Uhr im Ladenlokal neben dem Restaurant „SUUTJE“ in der Siegfriedstraße 11, Ecke Rolandstraße. Vorherige Anmeldungen erbeten an info@ttbielefeld.de 

Herzliche Grüße,
das BISELA-Projektteam von Transition Town Bielefeld e.V.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Nicht zu fassen: Die Verwahrlosung der Mobilität in Bielefeld und ihre jüngsten Opfer.

Die Zeitung NW berichtet heute, die Ergebnisse zur Körperkoordination bei Kindern vor der Einschulung sei erschreckend schlecht, auch die Anzahl Übergewichtiger steige.
Jedes dritte Kind zu unsportlich

Alarmierend: Anzahl der übergewichtigen Sechsjährigen nimmt stetig zu. Mehr als 30 Prozent der Kinder fallen bei Schuleingangsuntersuchung bezüglich Körperkoordination negativ auf. Sportbund verzeichnet Zuwachs…


Die Anmeldung bei Sportangeboten, die mit dem Stichwort „Sportbund“ im Artikel angedeutet wird, zeugt von der Phantasielosigkeit, welche die Zeitung stellvertretend für Eltern an den Tag legt. Das eigentliche Problem benennt Kinder- und Jugendärztin Maike Klein vom Gesundheitsamt in dem Artikel:
"Das Bewegungsverhalten von Kindern hat sich verändert. Es wird viel weniger draußen gespielt." Als Kinder früher auf der Straße getobt hätten, seien Fähigkeiten wie Hüpfen, Klettern und Rennen spielerisch erlernt worden.
Wieviele der auffälligen Kinder täglich mit dem Roller oder dem Fahrrad fahren, stand nicht in dem Artikel, aber wir können die Zahl auf Null schätzen. Der Zeitungsartikel benennt als Grund:
Den Eltern erscheine das Spielen auf der Straße als zu gefährlich, und Alternativen würden nicht geboten.
Unser Thema, da ist es wieder: die Verwahrlosung des öffentlichen Bewegungsraum durch die einseitige Ausrichtung auf Kfz-Mobilität und Vernachlässigung der Belange jüngerer und unmotorisierter Verkehrsteilnehmer.

Die Lösung ist einfach, aber Eltern sind lieber besorgt als aufmüpfig, wenn es um die Gesundheit ihrer Kinder geht: lieber „helikoptern“ sie weiter als die Sicherheit beim natürlichen Bewegungsdrang ihrer Kinder wiederherzustellen.

Wir arbeiten am Faradies, es ist noch ein weiter Weg. Als kostenlose Motivation empfehlen wir auf jeden Fall das STADTRADELN vom 11. Juni an in Bielefeld. http://www.faradies-bielefeld.de/stadtradeln 


Mittwoch, 11. Mai 2016

Stadtradeln in Bielefeld anno 2016?

Alle Jahre wieder ist Stadtradeln überall und auch in Bielefeld. Das kaum noch eine Nachricht wert - und das ist ein Problem. Ist Radfahren in Bielefeld normal - ja! Können sich Radfahrer noch über größere Lücken oder Baustellen beschweren als Autofahrer - kaum denkbar!

Aber ernsthaft. Die Botschaft der Aktion Stadtradeln ist immer wieder eine mitteilenswerte Nachricht auch in Bielefeld. Wie sähe die Verkehrslage in dieser Stadt aus, wenn täglich nur die Hälfte aller Verkehrsbewegungen, deren Start und Ziel innerhalb Bielefelds liegen (Nahmobilität), zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Stadtbahn zurückgelegt würden?

Wenn ein PKW im Berufsverkehr im Schnitt 1,3 Passagiere befördert, dabei aber den Platz von 4 Radfahrern einnimmt, gäbe es auf Radwegen und Schutzstreifen (wo sie noch verpflichtend sind) größte Probleme mit Stauungen. Die Kapazität von Bussen und Bahnen reichte bei weitem nicht, um die Umsteiger aufzunehmen. Gleichzeitig wären die Straßen frei für die Nutzung als Bewegungsraum für Fußgänger und Radfahrer, z. B. auf einem autoverkehrsfreien Jahnplatz, ebenso auf den Straßen rund um das Bielefelder Hufeisen aus Kreuz-, Artur-Ladebeckstraße, Oberntor- und Niederwall.

Eine schwer vorstellbare Vision für einige, für andere ein schlicht nicht wünschenswertes Experiment. Und doch wächst seit Jahren die Zahl der Teilnehmer beim Stadtradeln, wird der Anteil der gefahrenen Kilometer, bzw. der vermiedenen CO2-Menge und Feinstäube von Jahr zu Jahr größer, ist dies also längst kein Experiment, sondern Realität. Eine reale Entlastung von Stau und Emissionen findet jedoch kaum statt, weil der Verkehr insgesamt immer noch wächst.

Die Vision eines wirklich nachhaltigen Umbaus der Verkehrsströme in unserer Stadt ist wichtig gegen  ein alternativloses Denken in längst überholten Bahnen, wie z. B. die aktuelle Planung einer vierspurigen B66n quer durch die Stadt.

Drei Wochen Stadtradeln in Bielefeld sind jedes Jahr real gewordene Vision dafür, wie der Umstieg auf das Fahrrad in der Stadt aussehen würde. Viele Fahrten mit dem PKW im Stadtbereich sind schon heute vermeidbar, viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich eine stressfreie Alternative zu Staus und Parkplatzsuche auf dem Weg zur Arbeit oder zu den Dienstleistungen und Verkaufsangeboten in der City.

Darum ist das Stadtradeln jedes Jahr eine gute Nachricht.

Während 3 Wochen vom 11. Juni bis 1. Juli 2016 können alle Einwohner Bielefelds und alle, die hier zur Arbeit oder zur Schule gehen, ihre mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer sammeln und zusammen mit anderen addieren. Damit wird auf die Belange von Umwelt, Gesundheit und eine neue Verkehrsinfrastruktur aufmerksam gemacht und Bielefeld im Ranking aller teilnehmenden Städte, Landkreise und Kommunen in Deutschland auf einen Spitzenplatz gebracht, der sich sehen lassen kann und ein Zeichen über die Stadtgrenzen hinaus setzt.

Mitmachen kann jeder, der in Bielefeld wohnt, arbeitet oder zur Schule geht. Registriere dich einfach kostenlos online und sammle vom 11. Juni bis 1. Juli 2016 alle von dir mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer, egal, wo du gefahren bist.

Wenn du Fragen, Hinweise oder Ideen zum Stadtradeln in Bielefeld hast, schreib uns:
info@faradies-bielefeld.de Teile das Event auch mit deinen Freunden auf facebook und twitter und vorl allem auf den Straßen von Bielefeld.

Hier geht es zur Stadtradeln-Webseite für Bielefeld.

Sonntag, 17. April 2016

Gesundheit & Kinder. Vom Risiko, in Bielefeld aufzuwachsen

Noch einmal ein Blick auf ein paar Folgen lobbyistischer Strukturen und die Folgen resonanzarmen und unvernetzen Handelns:

Subtile Raucherwerbung für Jugendliche an vielen Bielefelder 
Bushaltestellen und von der Stadt vermieteten Werbeflächen:
Kinder und Jugendliche sind von Zigarettenwerbung förmlich umstellt


´You decide´? Was für eine perfide Lüge, denn ausgerechnet in der
Nikotinsucht liegt ein fataler Verlust an Wahlfreiheit

Ein anderes Beispiel aus Münster: Hier präsentiert sich eines der schädlichsten und gewalttätigsten Muster kranker Kommunikation: ´Doublebind´ beschreibt eine schädliche Verknüpfung von Botschaften, die inhaltlich nichts verbindet


Siebzehn (!) wissenschaftliche Fachgesellschaften laufen dagegen Sturm. Dr. Dietrich Garlichs (mit freundlicher Genehmigung), Geschäftsführer der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft & des Präventionsnetzes ´DANK´ im ´Forum Offene Wissenschaft´ der Uni Bielefeld: 


Wie soll man Kindern erklären, dass ein Teil der Gewinne aus der Vermietung von Werbeflächen subtiler Raucherwerbung für Gesundheitserziehungs-Schulprogrammen investiert werden, die nach Untersuchungen der Deutschen Krebsgesellschaft zudem einen nachweislich geringe Nutzen haben? 


Hier wie dort hat das mit Prävention soviel zu tun wie die Milchstraße mit einem Molkereiprodukt:


Nach Untersuchung von ´Foodwatch´ fließen 90% der Werbegelder der Lebensmittelindustrie in die Zucker- & Fettmast von Kindern, in der beweglichen Phase ihrer Persönlichkeitsentwicklung


Mit welcher Wirkung? 


Dr. Garlichs präsentiert Daten zur Häufigkeit von Übergewichtig & Fettleibigkeit 
von Kindern in Kassel in massiver Abhängigkeit von ihrem Wohnort zum Zeitpunkt ihrer Einschulung

Während die Lebensmittelindustrie Milliarden-Budgets bewegt (und die BZgA mit 1% dagegenhält), . . . 


. . . , schlafen in Bielefeld preisgekrönte Mobilitäts-Projekte der Europäischen Union
an 32 Schulen nach Auslauf der Förderung kaum bemerkt wieder ein!


Mit Auswirkungen auf wachsende soziale Ausgrenzung in Deutschland, die aus ärztlich-wissenschaftlicher Sicht erstaunen lassen, dass sie in dieser Form hingenommen werden:


Haben diese Kinder denn später als Erwachsene wenigstens Anspruch auf eine optimale Behandlung ihres antrainierten Typ-2-Diabetes?

Auszug aus den Prüfvereinbarungen für Arztpraxen

Wieder nein: Ärzten ist in ihrem Handeln vorgegeben. Die Behandlung in den gesetzlichen Krankenkassen muss ´ausreichend, zweckmäßig & wirtschaftlich´ sein

Auszug aus den Prüfvereinbarungen für Arztpraxen
Scharf bewacht sollen Ärz/tinnen vorrangig solche Diabetes-Medikamente einsetzen, die nach internationalen Standards vielfach als veraltet gelten. Behandlungsziele werden dann unter Umständen nicht erreicht. Bei zügig steigenden Behandlungskosten


Können wir in Bielefeld irgendwas Sinnvolles tun?

Punkt 1: Schädlicher Lobbyismus trifft zunehmend auf eine starken wissenschaftliche und gesellschaftliche Lobby für nachhaltige Gesundheitsziele


Punkt 2: Gier ist riskant und wirtschaftsschädigend, das lehrt der VW-Skandal. 
Der Druck auf Unternehmen wird steigen. Das Präventionsgesetz versagt nach Einschätzung von Wissenschaftlern. So werden die Krankheitskosten und damit die Lohnnebenkosten zügig weiter steigen


Punkt 3:  Ein heilsamer Blick auf die ´Transaktionsanalyse´ und das ´Täter-Opfer-Retter-Karussell´ (´Dama-Dreieck´) offenbart:Die öffentliche Diskussion präsentiert sich häufig hoffnungslos durchtränkt von depressiven Beziehungsmustern und ohne erkennbare Ansätze solidarischen intersektoralen lösungsorientierten Handelns


Reife Modelle solidarischen Handeln (z.B. das BYPAD Audit) liegen der Kommunalpolitik in diesen Tagen zur Abstimmung vor. Sie wären sofort einsatzbereit:


Wir zahlen für dieses depressiven perpetuierende Kommunikationsmuster und die Folgen bei Politikversagen einen sehr hohen Preis, wie Stimmung, Wahlen & Umfragen belegen. 
Messbarkeit & intersektorsales Handeln. BYPAD weist einen guten Weg:


Insofern gilt:




Sonntag, 28. Februar 2016

STARS - Der kleine Prinz zu Gast in Bielefeld

Letzten Freitag im Ratssaal bei der Preisverleihung für Kinder 
(und ehemalige Kinder) von 32 Schulen, 
die am STARS Projekt der Europäischen Union teilnahmen.

"Die großen Leute verstehen nie etwas von selbst, 
und für uns Kinder ist es zu anstrengend, 
ihnen immer und immer wieder erklären zu müssen." 


- Aus ´Der kleine Prinz´ von Antoine de Saint Exupéry. 

(Mobilitätsmanagment für Kinder ist eine Kulturtechnik, das können nur wenige!
Mit den Worten des kleinen Prinzen: "Bitte . . . zeichne mir ein Schaf . . . "
Unten am Mikrofon spricht sein Freund)


Worum ging es (mit den Worten des kleine Prinzen und seiner Freunde)?


... Aber einen Affenbrotbaum kann man, wenn man ihn zu spät angeht, 
nie mehr loswerden. Er bemächtigt sich des ganzen Planeten. 
Er durchdringt ihn mit seinen Wurzeln. Und wenn der Planet zu klein ist 
und die Affenbrotbäume zu zahlreicheren sprengen sie ihn. 

. . .

"Sie haben es sehr eilig", sagte der kleine Prinz.


"Wohin wollen Sie?" "Der Mann in der Lokomotive weiß es selbst nicht", 
sagte der Weichensteller. Und ein zweiter glitzernder Schnellzug 
donnerte vorbei, in entgegengesetzter Richtung. 
"Sie kommen schon zurück?" fragte der kleine Prinz . . . 


Das sind nicht die gleichen", sagte der Weichensteller. 
Und es rollte der Donner eines dritten funkelnden Schnellzuges vorbei.
"Verfolgen diese die ersten Reisenden?" fragte der kleine Prinz. 


"Sie verfolgen gar nichts", sagte der Weichensteller.
"Sie schlafen da drinnen oder sie gähnen auch. 
Nur die Kinder drücken ihre Nasen gegen die Fensterscheiben."


"Nur die Kinder wissen, wohin sie wollen", sagte der kleine Prinz. 
"Sie wenden ihre Zeit an einer Puppe aus Stoff-Fetzen, und die Puppe 
wird ihnen sehr wertvoll, und wenn man sie ihnen wegnimmt, weinen sie . . . " 

"Sie haben es gut", sagte der Weichensteller.

. . .

"Ich bin für meine Rose verantwortlich . . .",
wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken


  

Dienstag, 23. Februar 2016

Goes, Candidate Cycling City 2016

Gestern bin ich im Kreis Herford mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Man sieht, dass sich ein paar Leute in der Stadtverwaltung Mühe gegeben haben, aus der bestehenden Infrastruktur ein wenig für Radfahrer herauszuwringen: Stückwerk mit größeren Lücken. Und weil es dann auch noch so bekloppte geregnet hat und dunkel wurde und ich sowieso schon schlechte Laune hatte, habe ich darüber nachgedacht, auszuwandern…nach Goes („Chuush“).



Radinfrastruktur, die aus den Resten, die nach der Autoverkehrsplanung übrig geblieben sind, besteht, ist eine Zumutung und eine Beleidigung für denkende Menschen.